Jared Leto gibt Konzert im Jesus-Look

by admin on 13. August 2014

Eigentlich sieht der Sänger der Band „30 Seconds To Mars“, Jared Leto, sowieso immer ein bisschen aus wie Jesus. Aber sein Auftritt vor ein paar Tagen in West Palm Beach in Florida trieb es auf die Spitze. Er trat als Jesus verkleidet auf, in einem violetten Gewand und mit einem Holzkreuz in der Hand. Auf seiner Brust prangte das Christusmonogramm ΧΡ, das für Jesus steht. Auf dem Kopf trug er ein goldenes Diadem, eine Art Krone.
jared-leto-als-jesus
Ein anderes Foto, das Leto vor kurzem bei Instagram hochlud, zeigt ihn in der selben Aufmachung. Er versah das Foto mit dem Hashtag #faith. Offenbar kam es zu dem Schnappschuss in einem christlichen Shop, denn im Hintergrund sind Regale mit christlichen Devotionalien zu sehen.

Bereits zu Ostern postete der Schauspieler und Sänger ein Foto von sich neben einem Jesus-Double. Offenbar gefällt sich der Sänger in der Rolle des Jesus-Darstellers.

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Was werdende Eltern Coca Cola verdanken

by J. Weil on 11. August 2014

Es war als privater Spaß der Eheleute Patrick und Whitney McGillicuddy gedacht. Jetzt entpuppt sich das Video, in dem der Pastor Freunde und Bekannte über eine  Schwangerschaft seiner Frau informiert, als Publikumsmagnet mit Reichweite.

Schon mehr als 3,5 Millionen Menschen haben das Video bislang gesehen – und viele davon haben es in ihren sozialen Netzwerken geteilt. Im Video sind die werdenden Eltern zu sehen, wie sie Cola-Light-Dosen, die mit den Namen unterschiedlicher Stars bedruckt sind, trinken. Nachdem sie jeweils eine Dose leer getrunken haben, imitieren sie mit ihrer Sprache die genannten Stars wie Morgan Freeman oder Arnold Schwarzenegger.

Nachdem sie die letzte Dose getrunken haben, bekommen sie ihre normalen Stimmen zurück. Auf den Dosen, die sie in die Kamera zeigen, stehen die Wörter „Mom“ und „Dad“, die verdeutlichen, dass die beiden Eltern werden. Inspirieren zu dem Film ließ sich das Paar von einer personalisierten Dose mit dem Schriftzug „Dad“, die der Pastor auf dem Heimweg von der Arbeit getrunken hat.

Überwältigt von den Reaktionen

Den Film schickten sie nicht nur an Freunde und Familien, sondern luden ihn auch im Video-Kanal Youtube hoch: „Wir sind überwältigt von den Reaktionen. Die meisten Kommentare sind positiv. Die Menschen freuen sich richtig mit uns“, erklärt der werdende Vater in dem Internet-Portal „Lead-Digital“.

Der Coca-Cola-Konzern ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen und sandte einen Glückwunsch-Tweet über den Kurznachrichtendienst Twitter. Als Inspiration für die werdenden Eltern liefert das Unternehmen einen Jahresvorrat an Cola-Dosen – mit den beliebtesten Vornamen der USA. Man darf gespannt sein, wie die McGillicuddy ihr Kind nennen werden.

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Kein Gebets-Rabatt mehr in South Carolina

by paparazzi on 8. August 2014

In Mary’s GoGebeturmet Diner im amerikanischen South Carolina gab es lange Zeit 15 Prozent Rabatt auf die Rechnung für diejenigen, die vor dem Essen beteten oder meditierten. Welcher Religion sie angehörten oder zu welchem Gott sie beteten, war egal. Nun hat die Besitzerin Mary Haglund den Rabatt wieder abgeschafft – aus Angst vor einem Gerichtsverfahren. Die Organisation Freedom of Religion (Freiheit von Religion) hatte Haglund vorgeworfen, durch den Rabatt religiöse Gäste zu bevorzugen und nicht-Religiöse zu benachteiligen.

Haglund wandte sich deshalb mit einer Nachricht an ihre Gäste: “Während ihr in diesem Restaurant eure Religionsfreiheit durch Gebete vor dem Essen zu einem Wesen oder nicht-Wesen ausübt, müssen wir auch die Freiheit von Religion an einem öffentlichen Ort schützen. ” Der Rabatt für Beter sei “illegal” und “uns wird mit einer Klage gedroht”.

Gegenüber Medien sagte Haglund, sie habe nie die Absicht gehabt, jemanden zu beleidigen. Nach Angaben von Haglunds Tochter und Mit-Eigentümerin des Lokals, Shama Blalock, wurde dem Diner bereits Unterstützung von Gästen zugesagt, sollte es zu einer Klage kommen. Der Vorfall sei beschämend, sagte der Kunde Andrew Lazare: “Sie hat versucht, den Menschen etwas Gutes zu tun und wird dafür unter Druck gesetzt.”

Foto: Steffan Fredrik Kylland / flickr (CC BY 2.0)

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Muslim darf doch Schützenkönig sein

by paparazzi on 7. August 2014

Im Fall des muslimischen Schützenkönigs von Werl-Sönnern hat der Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften (BHDS)  nun eine Ausnahme gemacht: Der türkischstämmige Mithat Gedik darf Schützenkönig bleiben, obwohl dem Schützenverein laut seiner Satzung nur “christliche Menschen” beitreten dürfen. Am Bezirkskönigsschießen darf Gedik jedoch nicht teilnehmen. Er darf auch nicht weiter aufsteigen. Laut BHDS soll es keine weiteren Ausnahmen geben.

Der Schützenverein hatte Gedik, der in Deutschland aufgewachsen und vollkommen integriert ist, “aus Versehen” aufgenommen und zum Schützenkönig gekürt, obwohl Muslime laut Satzung nicht Mitglied im Verein sein dürfen. Der BHDS hatte zunächst gefordert, Gedik müsste seinen Königstitel wieder abgeben.

Kritik an dem Schützenbund kommt unter anderem vom Zentralrat der Muslime, von Nordrhein-Westfalens Integrationsminister Guntram Schneider (SPD) und der Antidiskriminierungsstelle des Bundes. Die Haltung des Dachverbandes sei diskriminierend. Schneider erklärte: “Die katholischen Schützenbruderschaften sollten in ihrer Satzung Werte verankern, nicht die Religionszugehörigkeit.”

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Jesus in aller Munde

by J. Weil on 6. August 2014

Eine Firma aus dem amerikanischen Vermont stellt Toaster her, die alle möglichen Motive auf Weißbrotscheiben toasten. Neben Selbstporträts können dies auch biblische Figuren sein. So kommt Jesus quasi in alle(r) Munde.

Technisch funktioniert das Ganze so: Der Kunde lädt ein Foto auf die Webseite des Herstellers hoch, der darauf eine Brennvorlage fertigt. Beim Rösten des Brotes backt der Toaster die Scheibe an einigen Stellen einfach heißer und brennt so das Motiv in Dunkelbraun ein.

Dumm: Der Hersteller liefert derzeit nicht nach Europa. Ein internationales Modell sei jedoch in Arbeit, heißt es. Bis es soweit ist, müssen wir uns mit einem gewöhnlichen Toaster zufrieden geben – und das Motiv selbst reininterpretieren.

2004 wurde auf ebay ein Käsetoast für über 20.000 Euro versteigert, auf dem angeblich das Antlitz von Maria zu sehen gewesen sein soll. Inzwischen gibt es eine ganze Menge Bilder, auf denen Menschen Jesus auf Lebensmitteln erkennen wollen.
Von dem Kauf des Toasters raten aber etliche Verbraucherorganisationen ab. Die verkohlten Stellen, die für den entsprechenden Kontrast auf dem Toast sorgen, gefährdeten die Gesundheit. Im amerikanischen Weihnachtsgeschäft 2013 landete der Jesus Toaster auf dem 32. Platz der am meisten gekauften Toaster.

Das Unternehmen stellt seine Produkte auf der Seite http://burntimpressions.com vor.Jesus-Toaster(Quelle: Screenshot http://www.burntimpressions.com/)

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Der türkischstämmige Mithat Gedik ist ein Musterbeispiel für Integration: Im Abitur ließ er sich in katholischer Religion prüfen, als Kaufmann leitet er die Niederlassung eines Unternehmens in Mannheim. Der 33-Jährige ist in Deutschland aufgewachsen, lebt mit Frau und Kindern im westfälischen Werl-Sönnern und ist aktiv in der Freiwilligen Feuerwehr und im Vorstand seines örtlichen Schützenvereins. Vor kurzem wurde er zum Schützenkönig gekürt. Das geht aber nicht, sagt die Schützenbruderschaft in Werl. Schützenkönige dürfen nur „christliche Menschen“ werden.

Endet Integration in unserem Land, wenn urdeutsche Traditionen beginnen? Bildungsangebote und spezielle Kurse sollen Migranten nutzen, um sich mit deutscher Sprache und Kultur vertraut zu machen. Aber sind Vereine nicht zu allererst gefordert, Möglichkeiten zur Integration zu schaffen? Für den Schützenverein hieße das, seine Satzung zu überarbeiten. Die Bereitschaft der Migranten zur Integration nützt nichts, wenn der Adler am Ende zu hoch hängt.

Die Sperre mit der christlichen Prägung des Vereins zu begründen, überzeugt nicht. Sicherlich hat keiner von Gediks Vorgängern ein Bekenntnis zum christlichen Glauben ablegen müssen. Hochgelobte Beispiele für ein Nebeneinander der Kulturen und Glaubensformen, wie es zum Beispiel das entstehende „House of One“ in Berlin sein will, wirken lächerlich, wenn ein Schützenverein andererseits keine Muslime König werden lässt.

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Erhitzte Gemüter im Freibad

by J. Weil on 30. Juli 2014

Sommerzeit ist Schwimmbadzeit. In einem Bad im Berliner Stadtteil Neukölln wird darüber diskutiert, ob in Zukunft Imame in Konfliktsituationen als Streitschlichter fungieren.

Der Berliner Tagesspiegel hatte dies gemeldet, nachdem es im Neuköllner Columbiabad zu etlichen Vorfällen gekommen war. Einmal musste das Bad für einen Tag geschlossen werden, weil Gruppen von Jugendlichen den Sprungturm und die Rutsche belagerten. Das Blatt schreibt: „20 bis 40 Jugendliche mit Migrationshintergrund hielten jeweils gegen 19 Uhr den Sprungturm besetzt – unter lautstarker Unterstützung einer größeren Zuschauermenge.“ Das Schwimmbadpersonal schaltete die Polizei ein.

Ähnliche Vorfälle in Pankow

Nach den Vorfällen hatte der Chef der Berliner Bäder-Betriebe, Ole Bested Hensing, mit der benachbarten Sehitlik-Moschee Kontakt aufgenommen und den Imam gebeten, bei Übergriffen mit den Störern zu sprechen. An heißen Sommertagen besuchen etwa 6.000 Menschen das Bad. Hensing sagte im Deutschlandfunk: „Es sind an den Konflikten mehrheitlich Migranten beteiligt. Das liegt natürlich auch daran, dass in diesen Bezirken mehrheitlich Migranten wohnen.“BadeLand_Sprungturm

Badeland (CC BY-SA 3.0)

Der Vorsitzende des Moscheevereins Ender Çetin kennt die Konflikte, betont aber auch, dass die Moschee nicht alle Konflikte lösen könne und müsse: „Sicherlich können wir da mithelfen. Aber die Gesellschaft muss auch verstehen, dass die ganzen Probleme auf einer Moschee nicht lasten können, weil sie nicht tragbar sind.“ Die Meldung des Tagesspiegel relativiert er mit einem Schmunzeln. Es wäre nicht möglich, dass der Imam mit seiner Kleidung im Schwimmbad auftauche.

Niemand hat einen Imam angefragt

Ein klares Dementi kommt auch vom Sprecher der Berliner Bäderbetriebe, Matthias Oloew: „Niemand hat einen Imam angefragt zum Streitschlichten.“ Die neue Leiterin des Neuköllner Freibades habe die Moschee besucht und sich als neue Nachbarin vorgestellt. Çetin habe daraufhin das Angebot unterbreitet, das Personal in interkultureller Kompetenz zu schulen.

Laut Deutschlandfunk arbeite die Moschee bereits an einem Handzettel, den jeder Badegast mit der Eintrittskarte zusammen bekommen soll. Auf diesem werden die Badegäste in Deutsch, Türkisch und Arabisch mit einem Koranvers oder einem Zitat des Propheten Mohammed zum friedlichen, gemeinschaftlichen Verhalten aufgerufen. Bleibt zu hoffen, dass die Gemüter in Zukunft auch bei heißem Wetter nicht zu sehr erhitzt werden. In der Vergangenheit hatte es ähnlich Vorfälle auch in anderen Schwimmbädern gegeben, so im Sommerbad Pankow.

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Religiöse Stereotypen bei Google

by J. Weil on 23. Juli 2014

Kennen Sie das? Sie geben bei Google Suchbegriffe ein, und erhalten automatisch etliche weitergehende Vorschläge. Was passiert, wenn Nutzer Religionen und Glaubensrichtungen eingeben? Wir haben einen Bericht der amerikanischen Huffington Post zum Anlass genommen herauszufinden, was Google im deutschen Sprachraum zu den Kirchen und Religionen einfällt.

Die automatischen Vervollständigungen werden von Google mit Hilfe eines Algorithmus berechnet. Dieser basiert auf mehreren Faktoren und beinhaltet unter anderem, wie häufig in der Vergangenheit nach bestimmten Begriffen gesucht wurde. Der Algorithmus spart dabei pornografische, illegale, gewalttätige und gefährliche Inhalte aus – oder solche, die das Urheberrecht verletzen.

Dass die Vorschläge den Nutzer beeinflussen, bekräftigt der Marketing-Experte Andre Alpar. Viele suchten dann tatsächlich bei den von Google vorgeschlagen Inhalten, anstatt danach zu schauen, was sie eigentlich hatten schauen wollen. Christen

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GTA V: Mal wie Jesus auf dem Wasser laufen

by Daniel Frick on 11. Juli 2014

In dem Gangster-Spiel GTA V machen sich die Spieler einen Spaß daraus, Glitches, also „Pannen“ zu finden, die die Programmierer hinterlassen haben. Da fliegen Haie genüsslich am Strand herum, jemand fährt in einem unsichtbaren Auto, normale Hoftore katapultieren Autos durch die Gegend, wenn man nur nah genug an sie heran fährt.

Nun wurde auch eine weitere Panne gefunden, die religiöse Bezüge aufweist: Spieler können an einer bestimmten Stelle an der virtuellen Küste über das Wasser gehen – ganz wie Jesus es tat. Interessant ist dabei, dass der glückliche Finder dieser Panne, auf Youtube nennt er sich BIG Spaz, das ganze auch gleich „Jesus Glitch“ getauft hat. Die biblische Szene aus Matthäus 14 gehört offenbar nach wie vor zum kulturellen Gedächtnis der Menschen, auch in der Gruppe der Gamer. Manche Spieler sind begeistert und bitten die Entwickler, die Programmier-Panne nicht zu beheben.

BIG Spaz legte sogar noch einen drauf und fand eine Panne, bei der der Spieler auf einer unsichtbaren Treppe gen Himmel steigt. In offenkundiger Kenntnis des biblischen Berichts, demzufolge Jesus ja auf einer Wolke gen Himmel entschwand, nannte er dies dann aber nicht „Himmelfahrt-Glitch“, sondern wählte den naheliegenden Titel „Stairway to Heaven“ (Treppe in den Himmel).

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fussball und raketen 2 Fußball schauen in Jerusalem: Brasilien gegen Deutschland

 

Für die Bewohner Jerusalems ist das WM-Halbfinale zwischen Deutschland und Brasilien nicht nur wegen des historischen Ergebnisses denkwürdig gewesen. Die Klänge von Raketenalarm und -einschlägen taten ihr Übriges.

Von Mirjam Holmer (Jerusalem):

Freunde und Bekannte schrieben in den vergangenen Tagen besorgte Nachrichten: „Wie geht es dir? Bist du gesund? Es gibt Raketen in Jerusalem?“ Was ist in den letzten Wochen passiert, dass sich die Nachrichten zu überschlagen scheinen?

Die Eskalation der Lage hat am 12. Juni begonnen: Im Westjordanland wurden drei israelische Talmudschüler entführt und nach Angaben israelischer Ermittler von Mitgliedern der radikalislamischen palästinensischen Hamas-Partei ermordet. Trotz einer groß angelegten Suchaktion der israelischen Armee werden die Leichen der Jungs erst 18 Tage später, am Montag, dem 30. Juni, gefunden. Die Bevölkerung ist schockiert. Das WM-Spiel Deutschland gegen Algerien fällt an vielen öffentlichen Orten aus, das israelische Fernsehen überträgt es gar nicht. Einige schauen trotzdem Fußball via Internet. Im Gegensatz zum normalen Leben kann man diesen Sport wenigstens verstehen. Selbst wenn der Kommentator Portugiesisch spricht.

Im Zeichen der Vergeltung

Am 1. Juli findet die Beerdigung statt, die Mörder sind längst identifiziert, aber bis heute nicht gefasst. Am Abend nach der Beisetzung demonstrieren mehrere Hundert Israelis auf den Straßen. Sie fordern Rache und Vergeltung. Es sind überwiegend Kahanisten, Anhänger einer ultrarechten Gruppierung.

Einen Tag später wird ein 16-jähriger Araber aus Schuafat, einem palästinensischen Vorort von Jerusalem, ebenfalls entführt. Und er wird bei lebendigem Leib verbrannt. Innerhalb weniger Stunden formiert sich eine Demonstration friedenswilliger Israelis, die Besonnenheit auf allen Seiten verlangen. Sie fordern vor allem die israelische Regierung auf, nicht überzureagieren. „Es reicht“, ist einer der verbreiteten Slogans.

Die Lage verschärft sich

Drei Tage danach: Die Polizei fasst sechs israelische Jugendliche, drei von ihnen gestehen die Tat: Sie haben den Tod der entführten Teenager rächen wollen. Die folgenden Tage sind geprägt von Spannung in der Bevölkerung, vielen Demonstrationen, dem Warten auf Ergebnisse und Racheforderungen, die auf die Straße getragen und über soziale Netzwerke verbreitet werden. Seit dem Mord an dem jungen Palästinenser am 2. Juli herrscht in einigen Teilen Ostjerusalems Ausnahmezustand; Steine werfende junge Männer liefern sich mit der israelischen Armee Gefechte. In Schuafat wird die Straßenbahnhaltestelle niedergebrannt, so dass Teile der Stadt mit der Bahn nicht mehr zu erreichen sind. Dass seit zehn Tagen Ramadan ist, der Fastenmonat der Muslime, trägt zusätzlich zu den Spannungen und zum Nervenkrieg bei.

Parallel zu diesen Geschehnissen schlagen im südlichen Küstenstreifen am Mittelmeer unzählige Raketen aus dem Gazastreifen ein, die israelische Armee reagiert und nimmt Ziele wie Raketenabschussrampen ins Visier. Tausende Reservisten wurden und werden in den kommenden Tagen eingezogen.

Raketenalarm vor dem Anpfiff

Am Dienstagmittag erhalten wir von der Deutschen Botschaft eine Nachricht, wie man sich im Falle von Raketenalarm zu verhalten habe. Freunde aus Tel Aviv teilen mir telefonisch mit, es habe inzwischen auch dort Raketenalarm gegeben. Für Dienstagabend organisieren verschiedene messianische Gemeinden in Jerusalem ein Gebetstreffen. Nach dem gemeinsamen Gebet komme ich um 21:30 Uhr mit zwei deutschen Bekannten nach Hause. Wir wollen bei mir auf Freunde warten, um gemeinsam in die Altstadt zu gehen. Dort wollen wir um 23 Uhr das WM-Halbfinale Deutschland gegen Brasilien anschauen.

Es ist kurz vor 22 Uhr. Raketenalarm jetzt auch in Jerusalem. Das gab es zuletzt im November 2012. Meine Gäste, Mitbewohner und ich schauen uns kurz unsicher an. Wir einigen uns darauf, dass wir unter die Treppe zum Obergeschoss gehen – in unserem Haus gibt es keinen Luftschutzraum, aber im Falle eines Raketeneinschlages ist der Ort unter der Treppe wohl einer der sichersten überhaupt.

So sitzen wir etwa anderthalb Minuten. Wir hören die Sirene. Wenige Sekunden, nachdem sie abgeklungen ist, hören wir einen vierfachen dumpfen Einschlag. Wie ich später erfahre, sind die Geschosse etwa 14 Kilometer von uns entfernt eingeschlagen. Außerdem wird bekannt, dass die Raketen im gesamten Land flogen, bis hin nach Hadera, etwa 40 Kilometer nördlich von Tel Aviv , das ist eine Reichweite von rund 120 Kilometern. Meine Freunde, die auf dem Weg in unsere Wohnung sind, kann ich nicht anrufen. Nach einem Raketenanschlag soll man besser ein paar Minuten warten, damit die Raketenschützen anhand des verstärkten Datentransfers nicht erkennen, dass das Ziel nicht weit verfehlt war.
Gedämpfte Stimmung, ungewöhnliches Spiel

In der Altstadt warten Freunde auf uns und wir entschließen uns, trotz der Spannung zu dem Spiel zu gehen – eine gute Entscheidung, vor allem weil wir tolle Plätze bekommen, denn die Hälfte der Fans hat sich nach dem Alarm wieder auf den Heimweg gemacht. Es ist ein seltsames Erlebnis, in dieser gedämpften Stimmung und wirren Situation das ungewöhnliche Deutschland-Spiel zu sehen – die meisten der übrig gebliebenen Zuschauer sind für Brasilien und können deshalb zwar unser Erstaunen, nicht aber unsere Freude über das Spiel teilen.

fussball und raketen Sitzplatz und gute Sicht: Ein Teil der Fans hat sich nach dem Raketenalarm auf den Heimweg begeben

 

Als wir uns auf den Heimweg machen, kommen uns junge Männer, teilweise in Uniform, entgegen. Sie sind einberufen worden und nun auf dem Weg zu ihrer Basis. Am nächsten Morgen geht es weiter. Die Raketenanschläge im Süden des Landes reißen nicht ab. Die Situation ist kompliziert. Was mich in den vergangenen Tagen zusätzlich nachdenklich und manchmal auch wütend macht, ist die überhebliche Einstellung vieler Europäer, die Lage hier vor Ort betreffend.

Der Fußballkommentator des israelischen Fernsehens rief in den Mauern des Davidturms begeistert aus: „4:3 oder 4:2 – das hätten wir erwarten können. Aber 7:1 – so etwas gibt es überhaupt nicht!“

Vor etwa drei Jahrtausenden hat der weise König, nach dem die Mauern heute benannt sind, dazu aufgefordert: „Bittet für den Frieden Jerusalems. Und es wird wohlgehen, denen, die dich lieben!“ Nachzulesen ist das im biblischen Psalm 122.

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