Erhitzte Gemüter im Freibad

by J. Weil on 30. Juli 2014

Sommerzeit ist Schwimmbadzeit. In einem Bad im Berliner Stadtteil Neukölln wird darüber diskutiert, ob in Zukunft Imame in Konfliktsituationen als Streitschlichter fungieren.

Der Berliner Tagesspiegel hatte dies gemeldet, nachdem es im Neuköllner Columbiabad zu etlichen Vorfällen gekommen war. Einmal musste das Bad für einen Tag geschlossen werden, weil Gruppen von Jugendlichen den Sprungturm und die Rutsche belagerten. Das Blatt schreibt: „20 bis 40 Jugendliche mit Migrationshintergrund hielten jeweils gegen 19 Uhr den Sprungturm besetzt – unter lautstarker Unterstützung einer größeren Zuschauermenge.“ Das Schwimmbadpersonal schaltete die Polizei ein.

Ähnliche Vorfälle in Pankow

Nach den Vorfällen hatte der Chef der Berliner Bäder-Betriebe, Ole Bested Hensing, mit der benachbarten Sehitlik-Moschee Kontakt aufgenommen und den Imam gebeten, bei Übergriffen mit den Störern zu sprechen. An heißen Sommertagen besuchen etwa 6.000 Menschen das Bad. Hensing sagte im Deutschlandfunk: „Es sind an den Konflikten mehrheitlich Migranten beteiligt. Das liegt natürlich auch daran, dass in diesen Bezirken mehrheitlich Migranten wohnen.“BadeLand_Sprungturm

Badeland (CC BY-SA 3.0)

Der Vorsitzende des Moscheevereins Ender Çetin kennt die Konflikte, betont aber auch, dass die Moschee nicht alle Konflikte lösen könne und müsse: „Sicherlich können wir da mithelfen. Aber die Gesellschaft muss auch verstehen, dass die ganzen Probleme auf einer Moschee nicht lasten können, weil sie nicht tragbar sind.“ Die Meldung des Tagesspiegel relativiert er mit einem Schmunzeln. Es wäre nicht möglich, dass der Imam mit seiner Kleidung im Schwimmbad auftauche.

Niemand hat einen Imam angefragt

Ein klares Dementi kommt auch vom Sprecher der Berliner Bäderbetriebe, Matthias Oloew: „Niemand hat einen Imam angefragt zum Streitschlichten.“ Die neue Leiterin des Neuköllner Freibades habe die Moschee besucht und sich als neue Nachbarin vorgestellt. Çetin habe daraufhin das Angebot unterbreitet, das Personal in interkultureller Kompetenz zu schulen.

Laut Deutschlandfunk arbeite die Moschee bereits an einem Handzettel, den jeder Badegast mit der Eintrittskarte zusammen bekommen soll. Auf diesem werden die Badegäste in Deutsch, Türkisch und Arabisch mit einem Koranvers oder einem Zitat des Propheten Mohammed zum friedlichen, gemeinschaftlichen Verhalten aufgerufen. Bleibt zu hoffen, dass die Gemüter in Zukunft auch bei heißem Wetter nicht zu sehr erhitzt werden. In der Vergangenheit hatte es ähnlich Vorfälle auch in anderen Schwimmbädern gegeben, so im Sommerbad Pankow.

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Religiöse Stereotypen bei Google

by J. Weil on 23. Juli 2014

Kennen Sie das? Sie geben bei Google Suchbegriffe ein, und erhalten automatisch etliche weitergehende Vorschläge. Was passiert, wenn Nutzer Religionen und Glaubensrichtungen eingeben? Wir haben einen Bericht der amerikanischen Huffington Post zum Anlass genommen herauszufinden, was Google im deutschen Sprachraum zu den Kirchen und Religionen einfällt.

Die automatischen Vervollständigungen werden von Google mit Hilfe eines Algorithmus berechnet. Dieser basiert auf mehreren Faktoren und beinhaltet unter anderem, wie häufig in der Vergangenheit nach bestimmten Begriffen gesucht wurde. Der Algorithmus spart dabei pornografische, illegale, gewalttätige und gefährliche Inhalte aus – oder solche, die das Urheberrecht verletzen.

Dass die Vorschläge den Nutzer beeinflussen, bekräftigt der Marketing-Experte Andre Alpar. Viele suchten dann tatsächlich bei den von Google vorgeschlagen Inhalten, anstatt danach zu schauen, was sie eigentlich hatten schauen wollen. Christen

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GTA V: Mal wie Jesus auf dem Wasser laufen

by Daniel Frick on 11. Juli 2014

In dem Gangster-Spiel GTA V machen sich die Spieler einen Spaß daraus, Glitches, also „Pannen“ zu finden, die die Programmierer hinterlassen haben. Da fliegen Haie genüsslich am Strand herum, jemand fährt in einem unsichtbaren Auto, normale Hoftore katapultieren Autos durch die Gegend, wenn man nur nah genug an sie heran fährt.

Nun wurde auch eine weitere Panne gefunden, die religiöse Bezüge aufweist: Spieler können an einer bestimmten Stelle an der virtuellen Küste über das Wasser gehen – ganz wie Jesus es tat. Interessant ist dabei, dass der glückliche Finder dieser Panne, auf Youtube nennt er sich BIG Spaz, das ganze auch gleich „Jesus Glitch“ getauft hat. Die biblische Szene aus Matthäus 14 gehört offenbar nach wie vor zum kulturellen Gedächtnis der Menschen, auch in der Gruppe der Gamer. Manche Spieler sind begeistert und bitten die Entwickler, die Programmier-Panne nicht zu beheben.

BIG Spaz legte sogar noch einen drauf und fand eine Panne, bei der der Spieler auf einer unsichtbaren Treppe gen Himmel steigt. In offenkundiger Kenntnis des biblischen Berichts, demzufolge Jesus ja auf einer Wolke gen Himmel entschwand, nannte er dies dann aber nicht „Himmelfahrt-Glitch“, sondern wählte den naheliegenden Titel „Stairway to Heaven“ (Treppe in den Himmel).

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fussball und raketen 2 Fußball schauen in Jerusalem: Brasilien gegen Deutschland

 

Für die Bewohner Jerusalems ist das WM-Halbfinale zwischen Deutschland und Brasilien nicht nur wegen des historischen Ergebnisses denkwürdig gewesen. Die Klänge von Raketenalarm und -einschlägen taten ihr Übriges.

Von Mirjam Holmer (Jerusalem):

Freunde und Bekannte schrieben in den vergangenen Tagen besorgte Nachrichten: „Wie geht es dir? Bist du gesund? Es gibt Raketen in Jerusalem?“ Was ist in den letzten Wochen passiert, dass sich die Nachrichten zu überschlagen scheinen?

Die Eskalation der Lage hat am 12. Juni begonnen: Im Westjordanland wurden drei israelische Talmudschüler entführt und nach Angaben israelischer Ermittler von Mitgliedern der radikalislamischen palästinensischen Hamas-Partei ermordet. Trotz einer groß angelegten Suchaktion der israelischen Armee werden die Leichen der Jungs erst 18 Tage später, am Montag, dem 30. Juni, gefunden. Die Bevölkerung ist schockiert. Das WM-Spiel Deutschland gegen Algerien fällt an vielen öffentlichen Orten aus, das israelische Fernsehen überträgt es gar nicht. Einige schauen trotzdem Fußball via Internet. Im Gegensatz zum normalen Leben kann man diesen Sport wenigstens verstehen. Selbst wenn der Kommentator Portugiesisch spricht.

Im Zeichen der Vergeltung

Am 1. Juli findet die Beerdigung statt, die Mörder sind längst identifiziert, aber bis heute nicht gefasst. Am Abend nach der Beisetzung demonstrieren mehrere Hundert Israelis auf den Straßen. Sie fordern Rache und Vergeltung. Es sind überwiegend Kahanisten, Anhänger einer ultrarechten Gruppierung.

Einen Tag später wird ein 16-jähriger Araber aus Schuafat, einem palästinensischen Vorort von Jerusalem, ebenfalls entführt. Und er wird bei lebendigem Leib verbrannt. Innerhalb weniger Stunden formiert sich eine Demonstration friedenswilliger Israelis, die Besonnenheit auf allen Seiten verlangen. Sie fordern vor allem die israelische Regierung auf, nicht überzureagieren. „Es reicht“, ist einer der verbreiteten Slogans.

Die Lage verschärft sich

Drei Tage danach: Die Polizei fasst sechs israelische Jugendliche, drei von ihnen gestehen die Tat: Sie haben den Tod der entführten Teenager rächen wollen. Die folgenden Tage sind geprägt von Spannung in der Bevölkerung, vielen Demonstrationen, dem Warten auf Ergebnisse und Racheforderungen, die auf die Straße getragen und über soziale Netzwerke verbreitet werden. Seit dem Mord an dem jungen Palästinenser am 2. Juli herrscht in einigen Teilen Ostjerusalems Ausnahmezustand; Steine werfende junge Männer liefern sich mit der israelischen Armee Gefechte. In Schuafat wird die Straßenbahnhaltestelle niedergebrannt, so dass Teile der Stadt mit der Bahn nicht mehr zu erreichen sind. Dass seit zehn Tagen Ramadan ist, der Fastenmonat der Muslime, trägt zusätzlich zu den Spannungen und zum Nervenkrieg bei.

Parallel zu diesen Geschehnissen schlagen im südlichen Küstenstreifen am Mittelmeer unzählige Raketen aus dem Gazastreifen ein, die israelische Armee reagiert und nimmt Ziele wie Raketenabschussrampen ins Visier. Tausende Reservisten wurden und werden in den kommenden Tagen eingezogen.

Raketenalarm vor dem Anpfiff

Am Dienstagmittag erhalten wir von der Deutschen Botschaft eine Nachricht, wie man sich im Falle von Raketenalarm zu verhalten habe. Freunde aus Tel Aviv teilen mir telefonisch mit, es habe inzwischen auch dort Raketenalarm gegeben. Für Dienstagabend organisieren verschiedene messianische Gemeinden in Jerusalem ein Gebetstreffen. Nach dem gemeinsamen Gebet komme ich um 21:30 Uhr mit zwei deutschen Bekannten nach Hause. Wir wollen bei mir auf Freunde warten, um gemeinsam in die Altstadt zu gehen. Dort wollen wir um 23 Uhr das WM-Halbfinale Deutschland gegen Brasilien anschauen.

Es ist kurz vor 22 Uhr. Raketenalarm jetzt auch in Jerusalem. Das gab es zuletzt im November 2012. Meine Gäste, Mitbewohner und ich schauen uns kurz unsicher an. Wir einigen uns darauf, dass wir unter die Treppe zum Obergeschoss gehen – in unserem Haus gibt es keinen Luftschutzraum, aber im Falle eines Raketeneinschlages ist der Ort unter der Treppe wohl einer der sichersten überhaupt.

So sitzen wir etwa anderthalb Minuten. Wir hören die Sirene. Wenige Sekunden, nachdem sie abgeklungen ist, hören wir einen vierfachen dumpfen Einschlag. Wie ich später erfahre, sind die Geschosse etwa 14 Kilometer von uns entfernt eingeschlagen. Außerdem wird bekannt, dass die Raketen im gesamten Land flogen, bis hin nach Hadera, etwa 40 Kilometer nördlich von Tel Aviv , das ist eine Reichweite von rund 120 Kilometern. Meine Freunde, die auf dem Weg in unsere Wohnung sind, kann ich nicht anrufen. Nach einem Raketenanschlag soll man besser ein paar Minuten warten, damit die Raketenschützen anhand des verstärkten Datentransfers nicht erkennen, dass das Ziel nicht weit verfehlt war.
Gedämpfte Stimmung, ungewöhnliches Spiel

In der Altstadt warten Freunde auf uns und wir entschließen uns, trotz der Spannung zu dem Spiel zu gehen – eine gute Entscheidung, vor allem weil wir tolle Plätze bekommen, denn die Hälfte der Fans hat sich nach dem Alarm wieder auf den Heimweg gemacht. Es ist ein seltsames Erlebnis, in dieser gedämpften Stimmung und wirren Situation das ungewöhnliche Deutschland-Spiel zu sehen – die meisten der übrig gebliebenen Zuschauer sind für Brasilien und können deshalb zwar unser Erstaunen, nicht aber unsere Freude über das Spiel teilen.

fussball und raketen Sitzplatz und gute Sicht: Ein Teil der Fans hat sich nach dem Raketenalarm auf den Heimweg begeben

 

Als wir uns auf den Heimweg machen, kommen uns junge Männer, teilweise in Uniform, entgegen. Sie sind einberufen worden und nun auf dem Weg zu ihrer Basis. Am nächsten Morgen geht es weiter. Die Raketenanschläge im Süden des Landes reißen nicht ab. Die Situation ist kompliziert. Was mich in den vergangenen Tagen zusätzlich nachdenklich und manchmal auch wütend macht, ist die überhebliche Einstellung vieler Europäer, die Lage hier vor Ort betreffend.

Der Fußballkommentator des israelischen Fernsehens rief in den Mauern des Davidturms begeistert aus: „4:3 oder 4:2 – das hätten wir erwarten können. Aber 7:1 – so etwas gibt es überhaupt nicht!“

Vor etwa drei Jahrtausenden hat der weise König, nach dem die Mauern heute benannt sind, dazu aufgefordert: „Bittet für den Frieden Jerusalems. Und es wird wohlgehen, denen, die dich lieben!“ Nachzulesen ist das im biblischen Psalm 122.

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Rastplatz statt Gottesdienst

by paparazzi on 8. Juli 2014

Fromm heißt nicht unbedingt liebevoll – in Baden-Württemberg haben Eltern einen Elfjährigen an einem Rastplatz ausgesetzt, weil er nicht mit in den Gottesdienst wollte. Wir haben unsere Leser gefragt, was sie davon halten und wie sie Kindern Spaß und Lust am Gottesdienst vermitteln.

Aus Sicht des Facebook-Nutzers Kenneth Plasa bringt der Zwang zum Gottesdienst gar nichts. Die Hinwendung zu Gott sei eine freiwillige Sache. Auch der regelmäßige Gottesdienstbesuch sei kein Muss und sollte nur auf freiwilliger Basis erfolgen. Wenn Kinder aufgrund motivierender Maßnahmen mitkämen, wäre das schön, aber sie müssten selbst zu Gott finden.

Sabine Müller erklärt, dass sie als Kind vom Gottesdienst fern bleiben durfte, wenn sie partout nicht wollte: „Irgendwann wollten wir wieder von alleine hin. Ich bin immer noch beeindruckt, wie cool sie unsere Gemeinde- und späteren pubertären ‚Glaubenskrisen‘ gehandhabt haben. Einfach liebevoll getragen … und gebetet, dass wir wieder zurecht kommen“, schreibt sie. Der Glauben in ihrem Elternhaus sei vor allem durch Freiheit geprägt gewesen.

Wer ohne Sünde ist

Vor voreiligen Verurteilungen warnt Nutzer Alde Baran, weil noch gar nicht feststehe, ob das Kind vielleicht doch nur vergessen wurde: „Das ausgerechnet immer Christen sich so derart das Maul zerreißen müssen.“ Bine Gerasch fordert: „Die Eltern gehören angezeigt! Wenn die Gemeinde keinen Kindergottesdienst bietet, zu dem die Kinder gerne gehen,würde ich die Gemeinde wechseln oder selbst guten Kindergottesdienst machen!“

Mit dem Bibelwort „Wer ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein“, reagiert Regina Friedrich. Martin Müller sieht darin ein krasses Beispiel: „Es gibt aber andere Formen der Lieblosigkeit, die erst auf dem zweiten Blick zu erkennen sind“, schreibt er. Etwa, wenn es schwierig sei einen homosexuellen Freund mit in die Gemeinde zu nehmen: „Ich kenne Freikirchen, für die es überhaupt nicht lieblos ist, sich abfällig über Schwule und Lesben zu äußern und die das in einem derart süßlich ‚freundlichen‘ Ton machen, mit der Bibel als Begründung natürlich.“

Nicht immer verbiegen

„Pummelfee Isa“ findet, dass man sich für die Kinder nicht unbedingt verbiegen sollte, was die Gestaltung des Gottesdienstes angeht. Es dürfe auch mal keinen Spass machen: „Das Evangelium geht vor dem Event … Alles andere ist ne Frage dessen, ob es überhaupt möglich ist in der Kirche und man Ahnung von Kindern hat. Aber Aussetzen ist n NO GO …“ „Lia Ne“ betont, dass Jesus ein Kinderfreund war und die Gemeinden in einer Kinderbetreuung viele Geschichten des Neuen Testaments als Aufhänger für Gespräche mit Kindern nutzen kann. Dennis Lokke Michalke jedenfalls möchte „eine Liebesbeziehung anregen und keine Gottesvergiftung oktroyieren“.

Hintergrund

Eine Frau hatte die Szene beobachtet und die Polizei verständigt, die nach wenigen Minuten an Ort des Geschehens war. Der 11-Jährige kam in eine Jugendhilfe-Einrichtung in Titisee-Neustadt. Die Polizei verständigte die Eltern, die auf dem Weg zu einer evangelischen Freikirche waren, gegen 11 Uhr, abgeholt wurde der Junge laut Polizei aber erst gegen 17.55 Uhr. Oberstaatsanwalt Michael Mächtel sprach von einer Verletzung der Fürsorgepflicht. Falls dies in gröblicher Weise geschehen sei, sehe das Strafgesetzbuch eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren vor. (pro)

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Atheisten: “Obama ist einer von uns”

by Sven Schneider on 27. Juni 2014

Einer der bekanntesten amerikanischen Atheisten, der TV-Komiker Bill Maher, ist überzeugt: Auch US-Präsident Barack Obama glaubt nicht an Gott, sondern ist Atheist. Das sagte Maher in der Sendung „The Daily Show“.

Maher nannte Obama einen „Lügner“. Der US-Präsident bekenne sich zwar zum Christentum und spreche auf christlichen Veranstaltungen wie dem Gebetsfrühstück, glaube aber selbst nicht an „diesen ganzen religiösen Sch***“, sagte Maher. Obama gehöre zwar einer Kirche in Chicago an, sei aber nur aus politischem Opportunismus beigetreten und gehe nie hin. Seine Äußerungen zum Glauben seien absolut „unauthentisch“. 

https://www.flickr.com/photos/jmsloan/2748096606/sizes/m/in/photolist-5bQHnY-5zQ68a-5jsF8E-5zQ5eV-5bLs5T-drhZFX-5FJZ3Y-dNw8Bx-5znMDA-7TWasM-mrvWu7-5zAHHW-6ndjZ-4u6Bcp-5tHHfi-5zSxwb-5hzMP1-k5CtB-5y5jXU-4tpLGH-5hzNc9-5TMLGv-5TPe7V-5TTUfg-5biXNd-5zvXYy-5y2wZ3-5uYPtg-djXyiA-6221nQ-2RF1Ds-4oNwEv-6LwNv7-4NFLJd-4zAuXT-5eYo3R-5QSwnv-4pActN-bzq1xn-8hTzDk-5uNokz-5zk8EE-5snecs-4oTU1f-4pRiyD-5zUSsF-5kokHm-4rGC2W-5TTcP9-5vAnTX/

Maher hat in seiner Sendung „Real Time“ schon häufig über das Christentum hergezogen. Anfang des Jahres bezeichnete er Gott wegen der Sintflut als „psychotischen Massenmörder“. Mit seinem religionskritischen Film „Religulous“ schaffte er es auch in die deutschen Kinos. 

Bereits 2013 sagte der weltbekannte Atheist und „Gotteswahn“-Autor Richard Dawkins in Mahers TV-Sendung: „Wie viele Andere auch bin ich mir sicher, dass [US-Präsident Barack] Obama ein Atheist ist.“

 

Bild: Justin Sloan / Flickr (CC BY-NC-ND 2.0)

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Eigentlich ist er überzeugter Atheist. Aber ab und zu mit Gott zu plaudern, kann er dann doch nicht lassen. Zumindest über Twitter. Und mit einem durchaus nicht echten Gott-Account namens „TheTweetOfGod“.

Der britische Comedian Ricky Gervais sagt zwar von sich, dass er den Glauben im Jugendalter abgelegt habe. Dennoch lässt ihn das Thema offenbar nicht los, denn sowohl in seinen Comedy-Auftritten als auch in seinen Filmen kann er es nicht lassen, darauf zu sprechen zu kommen. Bei seiner legendären Moderation zur Golden Globe-Verleihung 2011 sagte Gervais: „Thank God, I’m an atheist!“

Und in seinem Film „Lügen macht erfinderisch“ (2009) wandelt sich eine Komödie plötzlich in eine durchaus ernste Abhandlung zur Frage, wie eine religiöse Bewegung wie das Christentum eigentlich entstehen konnte.

Auch über Twitter betont Gervais (@rickygervais) seinen Unglauben. Vor kurzem haute er „God“ (Twitter-Account „@TheTweetOfGod“) an: „Was hast Du, als Dein Sohn, von Dir, als Deinem eigenen Vater, zum Vatertag bekommen?“ „Gott“ antwortete, er habe sich eine Krawatte geschenkt. Außerdem bedankt er sich für die geheimen Gebete, die der Atheist Gervais Nacht für Nacht an Gott absetze. „Die waren aber an Zeus gerichtet!“, beschwert sich Gervais. „Aber du hast gelauscht!“ Die komplette Unterhaltung hier.

Am Ende twitterte Gervais: „Das war die beste Unterhaltung, die ich je mit @TheTweetOfGod hatte. Twitter ist großartig.”

Ich darf hinzufügen: Twitter ist großartig unter anderem wegen Leuten wie @rickygervais und @TheTweetOfGod.

(via)

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Fürbitten per Mail

by Sven Schneider on 4. Juni 2014

In der St.-Simpert-Kirche in Dinkelscherben fand kürzlich ein Gottesdienst statt, in dem Smartphones nicht nur geduldet waren, sondern sogar den Mittelpunkt darstellten.

Stellvertretend für die Anwesenden zündetete Pfarrer Herbert Gugler zu Anfang eine digitale Kerze an. Selbst aktiv wurden die Gläubigen bei den Fürbitten. Diese konnte man über Mail an eine zuvor eingerichtete Adresse senden. Der Pfarrer rief sie dann über sein Tablet ab. Für den modernen Gottesdienst wurde sogar ein WLAN-Netz eingerichtet. Beim Lied „Du bist das Licht der Welt“ haben überwiegend die jungen Besucher von der Taschenlampenfunktion ihrer Handys Gebrauch gemacht.

Gugler findet, dass Smartphones mehr können, als nur im falschen Moment klingeln: “Menschen kommunizieren miteinander nicht nur über Sprache oder indem sie sich einen Brief schreiben”. Besonders bei jungen Menschen spielen Smartphones und Tablets eine große Rolle. Was zwischen Menschen stattfinde, ginge auch in der Beziehung zu Gott. Gugler betont, dass der Gottesdienst nicht zu einem Event verkommen, sondern einen feierlichen Charakter behalten solle. Die Gläubigen seien begeistert gewesen, selbst bei den älteren sei das Konzept gut angekommen, berichtet die Stadtzeitung Augsburg.

Den Abschluss des multimedialen Gottesdienstes bildete das Glockenläuten vom Petersdom. Viele Besucher waren dem Aufruf des Pfarrers gefolgt und hatten vor dem Gottesdienst das Glockengeläut als Klingelton heruntergeladen, der nach der Messe dann gemeinschaftlich abgespielt wurde.

Frankreich: Segen für Smartphones zu Pfingsten

Den Gedanken, dass Smartphones nicht zwangsläufig aus dem Gottesdienst verbannt werden müssten, hatte auch der Pfarrer der Gemeinde Notre-Dame de Bellecombe in Südfrankreich, wie ShortNews berichtet. Um mit dem modernen Leben der Gemeindemitglieder mithalten zu können, bietet der Pfarrer der Gemeinde in Nizza eine besondere Dienstleistung an: Am Pfingstgottesdienst wird er auf Wunsch die Mobiltelefone der Gläubigen segnen.

 

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Teuflischer Barcode

by Sven Schneider on 3. Juni 2014

Wer glaubt, er habe einen Druckfehler entdeckt, weil der Barcode auf einem Produkt durchgestrichen ist, irrt. Viel mehr ist es ein Versuch, Satan aus dem Produkt zu verbannen.

Vor fünf Jahren begann die russische Molkerei Russkoe Moloko, Barcodes auf ihren Produkten durchzustreichen, bevor diese in die Supermärkte gelangten. Irgendwann fragten Kunden, was sich dahinter verberge. Bei einer offiziellen Stellungnahme erklärte das Unternehmen:
Hinter dem Barcode verberge sich die Zahl des Antichristen 666. Der einzige Weg, den Teufel aus dem Produkt zu verbannen, sei die Entschärfung des Barcodes mit einem Querstrich oder einem Kreuz. Für den Scanner bleibt der Code lesbar. Mit diesem Akt wolle man die eigene Position klarstellen – man sei mit Jesus Christus und nicht mit dem Teufel und seinen Dienern.
Ähnlicher Überzeugung ist auch der deutsche Fruchtsafthersteller Rabenhorst. Der Strichcode bewirke eine Bündelung von bösen Energien und eine Qualitätsverschlechterung. Mit dem Querstrich im Barcode könne man dem entgegenwirken.

Derartige Theorien verbreiten sich seit einigen Jahren vor allem unter Esoterikern und Verschwörungstheoretikern. Russkoe Moloko legt auch Kunden anderer Molkereien ans Herz, selbst zur Tat zu schreiten und dem Teufel entgegenzuwirken. Auch Verbraucher, die von diesen Vorstellungen nichts halten,  seien gefährdet, behaupten die Entscheidungsträger der Molkerei, denn: Eine Sünde, die unbewusst begangen wird, bliebe schließlich eine Sünde.

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Zuckerberg als göttliche Hoheit

by paparazzi on 26. Mai 2014

Übertriebene Schwärmerei für prominente Personen kann zu kuriosen Ideen führen. Einige gehen sogar so weit, dass sie versuchen, ihre Begeisterung für die verehrte Person in eine offiziell anerkannte Religion zu verwandeln.

Ein unbekannter Fan von Mark Zuckerberg wirbt auf der Website Craigslist für eine neue Idee: Er sucht Künstler, Theologen, Philosophen und Web-Designer, die ihm behilflich sind beim Aufbau einer Glaubensgemeinschaft, deren Gott selbstverständlich Zuckerberg höchstpersönlich sein wird.

Die Religion setzt sich aus altgriechischer Mythologie und japanischen Animes zusammen, es geht um Zuckerberg als Oberhaupt und eine Reihe von anderen Göttern, die allesamt durch Avatare auf der Welt vertreten sind. Bestsellerautorin und Geschäftsführerin von Facebook, Sheryl Sandberg, hat die Ehre, die „Göttin der Strategie und des Talentes“ zu verkörpern. Auch Win Butler, Sänger von Arcade Fire, wird in dieser Religion verherrlicht. Er wird als Heilsbringer und Weltlehrer bezeichnet. Trotz der vielen Gottheiten kann die Religion noch mit keiner ernstzunehmenden Doktrin prahlen, doch die wird bestimmt aufgrund der fehlenden Ernsthaftigkeit dieser Religion ausbleiben.

Der anonyme Initiator beteuert, dass er diese Religion nicht aus kommerziellem Interesse sondern aus Spaß ins Leben rufen will. Entstanden ist die Religion, weil der Gründer von dem derzeitigen Religionsangebot auf dieser Welt gelangweilt ist. Er schreibt auf Craigslist, er wolle eine Religion gründen, „die nicht langweilig ist“, sondern „eine, an die ich gerne glauben würde“.

Noch hat die „Start-up-Religion“ keinen richtigen Namen. Es ist auch noch nicht klar, wie viel Unterstützung der Gründer von anderen bekommt.

Doch die Zuckerberg-Religion ist nicht die erste Idee dieser Art. Eine sehr aktuelle Erscheinung ist die „Yeezianity“, eine „religiöse“ Bewegung mit Kanye West als Oberhaupt, der sich selbst als „Yeezus“ bezeichnet. Auch Beyoncé darf sich mit dem Amt als Göttin brüsten. Ihre Bewunderer haben eine Kirche namens „Church of Bey“ ins Leben gerufen. Schon im Jahre 2001 gab es ein ähnliches Phänomen: Beim „Jediismus“ geht es zwar nicht um die Verherrlichung einer einzigen Person, doch auch hier hat eine exzessive Begeisterung zu ungeahnten Ausmaßen geführt. Jediismus orientiert sich an den Orden der Jedi aus der Science-Fiction-Saga Star Wars und seine Anhänger glauben an karmisch lenkbare Energie.

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