Rapper Kanye West bald Pastor?

by J. Weil on 24. März 2015

Mit über 60 Millionen in den USA verkauften Tonträgern und Downloads gehört Kanye West zu den erfolgreichsten Rappern aller Zeiten. Jetzt möchte der 37-Jährige auch noch auf die Kanzel. Laut Medienberichten absolviert er zurzeit einen Online-Kurs in Theologie.

Kanye_West_at_the_2009_Tribeca_Film_FestivalWest scheint eine Wandlung durchgemacht zu haben. Die britische Tageszeitung Daily Star beruft sich auf einen Insider, der über die Veränderung des Musikers berichtet: „Während den vergangenen zwei Jahren ist aus West so etwas wie ein wieder geborener Christ geworden“, erklärt er. Bereits als Kind sei er regelmäßig in die Kirche gegangen, habe dies aber später vernachlässigt.

Der Rapper ist mit Kim Kardashian verheiratet und hat eine 21 Monate alte Tochter. „Als Vater hat er sich zu einem spirituellen und besseren Menschen gewandelt. Er lächelt viel und glaubt, dass ihn eine Ausbildung zum Pastor Gott näher bringt“, sagt die Quelle gegenüber Daily Star. Auch das Thema Rassismus beschäftige ihn intensiv.

Es gehe für ihn darum, sich selbst als Diener zu sehen, „weil dies alles ist, was wir sind: Gottes Diener“, hatte West in einem Interview gesagt. Sein Vorbild sei der amerikanische Sänger und Prediger Al Green. Um seinen Fortschritt im Glauben zu verdeutlichen würde der Musiker unter anderem ein Gospel-Album planen.

Für seine musikalische Leistung erhielt West neben zahlreiche Grammys auch achtzehn Platin-Schallplatten. In seinen Texten geißelt er den Konsum, die Gottlosigkeit und den Krieg. Er nahm aber auch zu politischen Sachverhalten wie dem Holocaust Stellung. In der Vergangenheit sprach sich West mehrfach öffentlich gegen die in der Hip-Hop-Szene weit verbreitete Homophobie aus.

Noch im Januar 2006 verärgerte er Christen damit, als er sich für die Titelgeschichte des Magazins „Rolling Stone” von David LaChapelle in einer Jesus-ähnlichen Symbolik fotografieren ließ. Diese wurde als Häresie oder Blasphemie bewertet. West entschuldigte sich später für den Vorgang. Seine Mutter, eine angesehene Anglistik-Professorin, schrieb sogar ein Buch über die Erziehung ihres Sohnes.

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Die Jesus-Seife steckt voller Wunder

by Daniel Frick on 20. März 2015

jesus-soap-2Eine Seife mit dem Jesus-Konterfei hat offenbar wundersame Kräfte. Nutzer überbieten sich auf Amazon mit „Glaubenszeugnissen“. Von Schwebezuständen und Teilungen des Badewassers ist da die Rede. Und die sündenreinigende Wirkung spart manchem den Gang in die Beichte.

Seit gut einem Jahr lässt sich auf Amazon für rund zehn Euro die „Jesus-Seife“ erwerben. Der Hersteller wirbt offensiv mit der sündenreinigenden Wirkung. „Den ganzen Tag über kannst du so böse sein, wie du willst, aber dann am Abend …“ Selbst der größte Konkurrent Gottes, der Satan höchstpersönlich, empfiehlt laut Verpackung das Produkt. „Es ist so gut, sogar ich benutze es!“

Gedacht ist die Seife jedoch eigentlich für den in Sündenzusammenhängen verstrickten Menschen. Kunde Constantin Kuklick spricht von einem „Wascherlebnis“ mit sündenreinigenden Effekt: „Seitdem ich diese Seife benutze, muss ich nicht mehr zur Beichte gehen, die Sünden werden mir von der Seife abgenommen und ich fühle ich so rein!“ Dabei vergisst er nicht, dass gerade unter Gläubigen auch schon immer die größten Zweifler waren. Mit einer leidenschaftlich verkündeten „Kaufempfehlung!“ hält er sie an, das Wagnis des Glaubens einzugehen.

Eine Seife voller Wunder

Hilfreich dürften ihm dabei die Glaubenszeugnisse der anderen sein. Martina Zuckerman berichtete von einem Wunder in der Badewanne: „Ich legte die Seife in die Badewanne und das Wasser teilte sich.“ Andere Wunderwirkungen sehen die Benutzer hingegen kritisch: „Als großen Nachteil von der Seife sehe ich die Eigenschaft, dass das Wasser sich beim Berühren mit Seife in Wein verwandelt.“ Am Anfang sei das „toll“ gewesen, doch „nach mehreren Litern von dem Zeug“ zieht Kunde Hans Georg doch lieber Kaffee vor.

Ein anderer Kunde wusste diese Eigenschaft hingegen eigennützlich einzusetzen: Er brachte sie auf eine Party mit, wie er auf Amazon bezeugt. Als der Alkohol ausging wies er seine Freunde an, ein Bad zu füllen, anstatt Nachschub zu holen. Ein paar Stückchen Seife im Badewasser genügten, um „Unmengen von Wein“ bereitzustellen. „Der beste Partyartikel überhaupt!“, frohlockte der Nutzer.

jesus-soap-1Völlig inakzeptabel fand ein anderer Käufer hingegen die Schwebe-Eigenschaft. In Vorfreude auf ein „gemütliches Bad“ rührte er die Seife in das Wasser ein. „Als ich mich dann, nachdem die Wanne mit warmem Wasser gefüllt war, reinsetzen wollte, bin ich über dem Wasser geschwebt.“ Kein Wunder ist es daher, dass dieser Nutzer diese Seife mit nur einem von fünf Sternen bewertet hat.

Auch wenn einige Zeugnisse unter die Gürtellinie gehen und die Nutzer sich diese besser gespart hätten, zeigt die Seife doch, dass Gott die Deutschen, entgegen weltläufiger Meinung, mit Humor gesegnet hat: Bei der englischsprachigen Amazon-Webseite freuen sich die Kunden höchstens an der Größe oder dem Geruch der Seife oder bescheinigen, wenig kreativ, dass sie als Gag „gut ankam“. Vielleicht blieb dort aber auch jegliche Wunderwirkung aus?

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App-Test: das virtuelle Beffchen

by Jonathan Steinert on 20. März 2015

Beffchen grün Für evangelische Pfarrer gibt es jetzt eine ganz besonders hilfreiche Smartphone-Applikation: das virtuelle Beffchen. Entwickelt hat es die Agentur Vernetzte Kirche der Evangelisch-lutherischen Kirche in Bayern.

Das Beffchen sind die beiden in der Regel weißen Stoffstreifen, die der Pfarrer am Kragen des in der Regel schwarzen Talars über der Brust hängen hat. Ursprünglich sollte diese Einrichtung – in Form einer Halskrause, genannt „Mühlsteinkragen“ – das Gewand vor dem gepuderten Bart seines Trägers schützen. Das ist heutzutage nur noch in den wenigsten Fällen von Nöten. Doch das Beffchen blieb als Rudiment erhalten, und gehört seit dem 19. Jahrhundert zur offiziellen Amtstracht evangelischer Pfarrer.

Nun gibt es also eine kostenlose Beffchen-App: Einfach herunterladen, installieren und öffnen, schon erscheint auf dem Smartphone das Bild eines Beffchens, wahlweise in der jeweils passenden liturgischen Farbe weiß, violett, grün oder auch mit Smiley. Um das digitale Textil um den Hals zu binden, braucht es nur noch ein Stück Faden und Tesafilm. Das, so weiß der Anbieter, finde sich in jeder Sakristei.

Einziger Nachteil: Die App gibt es bislang nur für lutherische Pfarrer. Denn die beiden Streifen liegen in einem Winkel von etwa 30 Grad schräg nebeneinander. In den Folgeversionen sollten auch reformierte Beffchen mit parallelen und unierte Beffchen mit bis zur Hälfte zusammengenähten Streifen zur Auswahl stehen.

Beffchen SmileyDoch praktisch ist die App allemal. Wie oft ist das kleine, aber markante Kleidungsstück in der Geschäftigkeit vor dem Gottesdienst plötzlich nicht mehr aufzufinden. Gut, dass es nun Abhilfe gibt. Denn das Smartphone hat man ja sowieso dabei. Bleibt die Frage, wann die Talar-App erscheint. Des Pfarrers Smartphone allein wird für das virtuelle Gewand wahrscheinlich nicht ausreichen. Aber dann könnte die Gemeinde mit ihren Geräten aushelfen und ihm in seiner Not gemeinsam einen digitalen Talar weben. So setzt man neue Medien zielführend im Gottesdienst ein. Frei nach Paulus: „Einer trage des anderen Last.“

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Abschreiben. Bitte.

by Norbert Schäfer on 19. März 2015

Die pfingstlerischen Pfadfinder Royal Rangers sind bekannt dafür, dass sie mit Seil und Beil umzugehen wissen. In Augsburg haben die Rangers vorerst Taschenmesser gegen Schreibfeder eingetauscht.

Bis 2017 sollen die Augsburger Bürger die Bibel komplett abschreiben. Dazu haben die Royal Rangers, genauer gesagt der „Stamm 231, Augsburg II“, ein Abschreibepult in einem Raum der katholischen Seelsorge in der Moritzkirche aufgestellt. Dort können die Bürger der Stadt nach Angaben der Initiatoren „einmal selbst in die Schuhe der früheren Mönche schlüpfen“ und einen Abschnitt der Bibel abschreiben.

Gestartet wurde das Projekt im Juni 2014. Nach einem halben Jahr hatten etwa 500 Personen, darunter viele Schulklassen, nahezu 25 Prozent des Alten Testaments und etwa 30 Prozent des Neuen Testaments abgeschrieben und so rund 500 Seiten handschriftlich gefüllt. „Bis zu den Sommerferien wollen wir mit dem Neuen Testament fertig sein und das erste Buch binden lassen“, sagt Projektkoordinatorin Andrea Lewandowski. „Wenn alles fertig ist, werden es wohl insgesamt 4 Bände im Format DIN A4 sein“, schätzt Lewandowski. Wer als Augsburger den Weg in den Moritzpunkt scheut, kann sich sich das besondere Papier nach Hause schicken lassen. Im Internet können sich Interessierte darüber informieren, welche Bibelstellen noch abzuschreiben sind.

Bis zur Lutherdekade 2017 soll das Projekt, an dem sich noch weitere christliche Gemeinden und Organisationen der Stadt beteiligen, abgeschlossen sein. Die Aktion soll ein gemeinsames Zeichen des Glaubens, der Hoffnung, der Einheit und des Friedens in Augsburg sein. Das gebundene Buch wollen die Pfadfinder dann als Geschenk an ihre Stadt übergeben, ein weiteres Exemplar als Kopie an die Stadt Jerusalem. Als Basis für die Abschrift dient die „Neues Leben Bibel“, eine Übersetzung hebräischer und griechischer Bibeltexte in modernes und gut verständliches Deutsch. Das fertige Buch wird auch über einen Anhang verfügen, in dem die Schreiber mit wenigen Sätzen persönliche Anmerkungen zu den Textabschnitten abgeben sollen können. (pro)

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Einem katholischen Priester wird eher selten zugetraut, dass er die Boxhandschuhe anzieht und in den Ring steigt. Doch genau das ist am vergangenen Wochenende in einem Pub im irischen Banagher geschehen. Bereits vor dem Kampf wusste der Priester Pierre Pepper sich richtig in Szene zu setzen.

So nahm er ein Video für das „St. Patricks Weekend Punch Up“  auf. Umringt von fünf grimmig dreinblickenden Priestern, lies der katholische Geistliche mit dem Künstlernahmen „Jalapeño“ schon einmal verbal die Fäuste fliegen. „Der Herr sagt, die Rache ist mein“, zitierte der siegessichere Pepper die Bibel und prophezeite seinem Gegner schon einmal, wer am Ende als Sieger den Ring verlassen wird. Peppers Gegner werde hinterher nur noch viel Make-up helfen können, um die Schäden zu überdecken.

Bei dem Internetvideos entwickelte sich eine Eigendynamik und verbreitete sich über soziale Netzwerke. Es wurde sogar so bekannt, dass Pepper in eine irische Fernsehsendung eingeladen wurde. Außerdem brachte es ihm viele Sympathien ein.

Tatsächlich gewann „Jalapeño“ Pepper vor Duzenden Zuschauern den Boxkampf. Vielleicht hat er seinen Gegner mit dem Video ja wirklich eingeschüchtert, oder er hat einfach nur sehr gut trainiert. Denn Boxerfahrungen im Ring hatte der Priester bis dahin nicht. Trotz des Sieges stand Pepper am nächsten Morgen wieder pünktlich in seiner Kirche in Banagher und hielt die Messe ab.

Einem guten Zweck diente der Boxkampf auch: Die Einnahmen aus dem Wettkampf werden an lokale Projekte und der irischen Motor Neurone Disease Association gespendet. St. Patrick war im 5. Jahrhundert der erste irische Bischof. Jedes Jahr wird am 17. März an sein Sterbetag gedacht.  (pro)

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Kreuzigen im Namen der Kunst

by J. Weil on 13. März 2015

Am Wochenende beginnen gleich vier Ausstellungen rund um das Buch der Bücher. Wir haben uns ein paar davon raus gepickt und stellen sie hier vor.

In Dinslaken zeigt der regionale Künstler Alfred Grimm im Gewölbekeller Kloster Kamp Kruzifixe aus vier Jahrzehnten seines Schaffens. „Kreuzgenossen“ heißt die Ausstellung, die am Samstag eröffnet wird. Wie die Westdeutsche Allgemeine Zeitung schreibt, „kreuzigt der ehemalige Kunstlehrer“ seit den 60er Jahren immer wieder im Namen der Kunst.

Dabei tunke er etwa ausrangierte Jesus-Figuren in Ketchup und legte sie als „Persönliches Abendmahl“ in zwei Brötchenhälften, drapiert mit zusammengekehrtem Schmutz. Der 71-Jährige ecke dabei „um der Sache willen“ immer wieder an. Ihm gehe es darum, den Finger in die Wunde zu legen und sich gesellschaftskritisch zu äußern.

Reformation im Alltag

Bis zum 12. Juli zeigt das Landesmuseum Oldenburg „Martin Luther und die Welt der Bilder“. Dort sind Alltagsgegenstände mit Bezügen zur Reformation aus dem Fundus des Museums ausgestellt: etliche von ihnen zum ersten Mal, darunter riesige Eichentruhen auf denen biblische Geschichten geschnitzt wurden. Darüber hinaus erwarten den Besucher Bibelfliesen, Ess- und Trinkgeschirr, Pfeifenköpfe, Tabakdosen und weitere Kunstgegenstände mit reformatorischem Bezug. Die Ausstellung ist Bestandteil der Reformationsdekade, die 2015 das Motto „Bild und Bibel“ hat.

Im thüringischen Nordhausen läuft jetzt die Bibel-Ausstellung „Meistübersetzt – Meistgedruckt – Meistverkauft: Das Buch der Bücher“. Im Tabakspeicher-Museum zeigt sie bis zum 3. Mai deutsche Bibeldrucke und Postillen von 1466 bis zur Neuzeit. Leihgeber für die Ausstellung sind der Nordhäuser Geschichts- und Altertumsverein, das Stadtarchiv Nordhausen und Privatpersonen. Durch den Buchdruck setzte eine Massenverbreitung der Heiligen Schrift ein. Daran hatten auch die Nordhausener Theologen Justus Jonas und Johannes Spangenberg großen Anteil. Die ausgestellten Postillen hätten heute den Charakter von Massenmedien.

Wanderausstellung durch Europa

Im Museum für Geschichte in Basel kommen die Sportfreunde auf ihre Kosten. Die Ausstellung „Fußball – Glaube. Liebe. Hoffnung“ soll Gemeinsamkeiten von Fußball und Religion darstellen. Die Wanderausstellung, gemeinsam mit dem Museum in Amsterdam konzipiert, beschäftigt sich mit höheren Mächten, Stadionsegnungen, Idolen, Rivalitäten und Ritualen. Bilder, Filme, Audiodateien und ein interaktives Quiz sollen die Ausstellung lebendig machen.

Das internationale Projekt ist eine Wanderausstellung und wird von Station zu Station individuell angepasst. Nach dem Start in Amsterdam ist sie nun in Basel und danach in Bremen, Lyon, Luxemburg und Barcelona zu Gast. Den Abschluss bildet Moskau anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft 2018. In Basel ist im Museum für Geschichte in der Barfüßerkirche bis zum 16. August jeweils dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr zu bestaunen. (pro)

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„Der Ort, um beeindruckende Muslime zu treffen“ – mit diesen Worten wirbt „Minder“, die Dating-App für Muslime. Die Nutzer wollen laut Marketing nicht unverbindlich flirten, sondern den Mann oder die Frau fürs Leben finden.

Minder minderme.co

 

Minder funktioniert ähnlich wie das säkulare Vorbild Tinder. Nach der Anmeldung zeigt die App muslimische Singles in der Umgebung an. Ist der Nutzer interessiert an ihr oder ihm, wischt er den Vorschlag nach rechts und sagt damit „Finde ich interessant“. Ist er oder sie nicht an dem angezeigten Profil interessiert, wischt er nach links. Das passiert anonym.

Wenn beide Personen „Ja“ zum anderen gesagt haben, sprich nach rechts gewischt haben, gibt es ein sogenanntes Match. Die Übereinstimmung zeigt die App schließlich an, und der User kann sich überlegen, ob er oder sie mit dem Gegenüber in Kontakt treten will. Wenn er kein Interesse mehr hat, gibt es die Funktion „blockieren“.

Der 35-jährige Minder-Entwickler Haroon Mokhtarzada erklärt Spiegel Online, die Partnersuche sei für Muslime nicht immer einfach. Unverbindliche Flirts an der Bar stünden für praktizierende Muslime nicht zur Debatte, andere würden von der Familie verkuppelt. Doch eine steigende Zahl der Gläubigen wolle sich „ihre Partner selbst aussuchen“, sagt der in den USA lebende Sohn afghanischer Einwanderer.

Minder-Nutzer: „Mann, wo haben nur all diese Schwestern gesteckt?“

Zumindest bei der Vermarktung richtet sich die App – anders als Tinder – an heiratswillige Muslime. Die App sei effizient, sicher und mache Spaß, verspricht die Werbung. Nutzer können einen Satz über sich schreiben, Beruf, Ethnie und religiöse Richtung nennen. Außerdem gibt es ein „Religiositäts-Barometer“.

Minder ist seit dem Valentinstag online, aber vorerst nur in den USA und Großbritannien verfügbar. Bisher nutzen über 8.400 eingeladene Nutzer die App. Am Mittwochnachmittag gab es bereits über 4.300 Matches. Auf der Seite minderme.co können sich Interessierte als Nutzer vorschlagen. Bald soll Minder in Europa folgen, natürlich auch Deutschland.

Erste begeisterte Muslime loben das Programm. Nadia Khan schreibt auf der Seite: „Wow… Wo war das mein ganzes Leben lang!?!“ Omar Abdallah will wissen: „Mann, wo haben nur all diese Schwestern gesteckt?“ Und Nutzerin Sharifa Latif fragt sich: „Ist Minder halal? Ich hoffe doch!“

Für Christen gibt es auch spezielle Dating-Apps, wie etwa cxSingle oder Bongle.

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Erste Reihe bei der Kreuzigung

by paparazzi on 4. März 2015

Dass man bei der Gestaltung eines Plakates auf vieles achten muss, beweist ein kurioses Theaterplakat für die Sommerfestspiele im mittelfränkischen Dinkelsbühl.

Neben „Don Camillo und seine Herde“ und „Ganze Kerle“ soll auch das berühmte Musical „Jesus Christ Superstar“ aufgeführt werden. Das Musical erzählt die letzten sieben Tage bis zur Kreuzigung Jesu. Passend zu dem Musical, sind auf dem Plakat drei Gekreuzigte im Schattenriss dargestellt. Darunter die Aufforderung: „Sichern Sie sich die besten Plätze“. Darüber berichtet die “Süddeutsche Zeitung”.

jesus-christ-superstar-dinkelsbuehl

Darüber sind viele Dinkelsbühler äußerst empört und werfen dem Theater Blasphemie vor. Theaterintendant Peter Cahn erhielt sogar ein Schreiben, in dem das Plakat als „menschenverachtend“ bezeichnet wird. Außerdem wurde er darin aufgefordert, das Stück abzusetzen.

Dabei hatte der Intendant mit dem Plakat nie im Sinn, sich über die christliche Religion und die Kreuzigung lächerlich zu machen. Es ging ihm lediglich darum, dass die Zuschauer sich schon jetzt die Karten für das Sommerfestival sichern sollen.

Er sei einfach zu euphorisch gewesen, gibt Cahn zu. Bereits im vergangenen Jahr hatte er versucht, die Aufführungsrechte für das Musical zu erhalten, war aber gescheitert. „Jesus Christ Superstar“ jetzt abzusetzen, kommt für ihn auf keinen Fall in Frage. Das Plakat dazu würde Cahn rückblickend allerdings nicht nochmal so gestalten.

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Paul Janeway lernte in einer Pfingstkirche singen und wollte, bis er 18 Jahre alt war, Priester werden. Eines seiner Lieder ist nun in dem erotischen Film „Fifty Shades of Grey“ zu hören.

St. Paul & the Broken Bones – Paul Janeway in der Mitte hat gut Lachen St. Paul & the Broken Bones – Paul Janeway in der Mitte hat gut Lachen (Quelle: McClister)

 

Der bisher eher unbekannte christliche Frontsänger der Soul-Band St. Paul & the Broken Bones, Paul Janeway, bekommt nun Aufmerksamkeit – eventuell ist es andere Aufmerksamkeit, als er sich gewünscht hat. Sein Song „Call Me“ läuft im schlüpfrigen Streifen „Fifty Shades of Grey“, in dem auch Sado-Maso-Praktiken zu sehen sind.

Janeway habe gedacht, er verkaufe sein Lied für den Soundtrack einer Romantik-Komödie, sagt er im Gespräch mit dem amerikanischen Magazin Mother Jones. Als es um die Lizenzen ging, „haben sie mir das so präsentiert: Es wird ein großer Kinofilm sein. Sie wollten einen angemessenen Teil des Lieds in den Film packen in eine Szene, in der es nicht um Sex geht“.

Was Janeway wusste, ist, dass der Film auf einem Buch basiert, „aber ich hatte keine Ahnung, was es war“. Er dachte sich: „großer Film, gute Publicity. Ich werde Teil dieser Romantik-Komödie sein“. Der frisch Verheiratete freute sich über die „gute Möglichkeit, Geld im Musikgeschäft zu machen“. Warum der Sänger es nicht geschafft hat, den Filmtitel zu googeln, lässt er offen. Lag es vielleicht an den Dollar-Zeichen in seinen Augen?

„Oh, Sch***e, was habe ich getan?“

Als der 31-Jährige aber dann die Vorschau für „Fifty Shades of Grey“ sah, dachte er nur: „Oh, Sch***e, oh nein. Was habe ich getan?“ Der Sänger findet die Angelegenheit im Nachhinein amüsant. „Ich bin froh, dass das Lied in einer nicht-sexuellen Szene zu hören ist – nicht meinetwegen, sondern wegen meiner Familie.“

Hier ist das Video zu Janeways Lied „Call Me“, das in „Fifty Shades of Grey“ läuft:

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Lasst den Domprediger singen!

by Jonathan Steinert on 26. Februar 2015

Die Schwedische Ornithologische Gesellschaft möchte Vögel mit rassistischen Namen umbenennen. Auch die Kollegen in Deutschland haben das Problem erkannt. Ein guter Anfang! Doch es geht nicht weit genug. Eine Glosse von Jonathan Steinert

Endlich hat die Schwedische Ornithologische Gesellschaft einen ersten Schritt gegen Diskriminierung im Tierreich getan. Vögel, die rassistische Namen tragen, bekommen kurzerhand einen neuen. So soll der Negerfink jetzt Negrita heißen und der Zigeunervogel Hoaczi, was auf aztekisch so viel bedeutet wie „lachender Falke“. Es wurde höchste Zeit! Ob das den Vögeln nun entgegenkommt, sei dahingestellt. Denn was soll der lachende Falke tun, wenn ihm nach Weinen zumute ist? Werden mit der Neubenamung nicht Erwartungen an das Tier gestellt, unter deren Last es zerbrechen könnte? Aber das müssen die Vogelpsychologen klären.

Die Umbenennung jedenfalls sollte noch viel weiter gehen und nicht in ihren Anfängen stecken bleiben. Der Kaffernsegler wird nun Weißbeckensegler getauft, weil die Bezeichnung „Kaffern“ als Schimpfwort für Menschen mit dunkler Hautfarbe in Südafrika – nicht aber in Sri Lanka – verboten ist. Konsequenterweise sollten auch der Kaffernbüffel, der Kaffernadler oder die Kaffernlimette neue Namen bekommen.

Überhaupt: Warum ist es notwendig, die Ethnie oder Herkunft des Tieres im Namen zu nennen? Ist es wirklich wichtig, ob der Elefant aus Indien oder aus Afrika kommt? Sind sie nicht alle in erster Linie Elefanten? Ähnlich rassistisch sieht es bei den Störchen aus, die klar nach ihrer Federfarbe eingeteilt werden: weiß und schwarz. Ein Unding! Dabei sollte die Farbgebung in unserer Zeit wirklich keine Rolle mehr spielen.

Ein Name sagt mehr als tausend Worte

Einige Namen sind auch derart sexistisch, dass einem fortschrittlichen Vogel die Federn zu Berge stehen müssen. Warum heißt es zum Beispiel der Buchfink, aber die Amsel? Da wird doch glatt die Bezeichnung für das andere Geschlecht unterschlagen. Wie wäre es mit Buchfink/-in und Amsel/-er? Das ist beim Wintergoldhähnchen schon einfacher, das ist grammatisch Neutrum. Aber warum -hähnchen und nicht -hühnchen? Dazu kommt ja noch, dass die Vogelmänner meist etwas dekorativer aussehen als die Frauen. Das ist ja nun mal alles andere als gerecht – aber nicht das Problem der Namensgeber. Beim Dompfaff, der auch Gimpel heißt, könnten sie aber genauer hinschauen. „Pfaffe“ ist nun wirklich eine sehr abschätzige Bezeichnung für einen Geistlichen. Das ist das eine Problem. Das andere: Zwar gibt es zumindest in der katholischen Kirche noch keine weiblichen Priester. Insofern entspricht die männliche Bezeichnung also durchaus der sozialen Wirklichkeit. Aber es wäre eine Chance, eindeutige Zeichen zu setzen und voranzugehen – nicht zuletzt im Sinne der Ökumene. Gimpelmann und -frau sollten deshalb zukünftig Domprediger und -predigerin heißen. Das gleiche gilt für die Mönchsgrasmücke, der zumindest zugestanden werden sollte, auch eine Nonne sein zu dürfen.

Aber damit nicht genug. Einigen Tieren werden durch ihre Namen infame Unterstellungen gemacht. Man braucht nur den Namen der Schmarotzerraubmöwe zu hören, und weiß sofort, was man von diesem Untier zu halten hat. Nicht viel besser geht es der Trottellumme, die so genannt wird, weil sie beim Laufen etwas trottelig aussieht. Hallo??!! Ist das ein Kriterium für den Namen? Diese Tiere werden auf einzelne Merkmale reduziert. Mit der bloßen Namensnennung verbreiten sich Stereotype, die dem vielschichtigen Wesen dieser Vögel in keinster Weise gerecht werden. Ganz schlimm trifft es ja Kamel und Esel: Man kann sie einfach nicht nicht beleidigen. Es wird höchste Zeit, mit solchen Diskriminierungen ein für alle Mal aufzuräumen.

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