Seite auswählen

Einen wütenden Aufruf an die Moslems dieser Welt, der Menschheit etwas Sinnvolles zu schenken, anstatt Unheil, Terror und Zerstörung anzurichten, hat die arabische Psychologin Wafa Sultan im arabischen Fernsehsender „Al-Dschasira“ vorgetragen. Das Fernsehinterview mit der arabisch-amerikanischen Wissenschaftlerin fand bereits am 21. Februar 2006 statt, doch die Organisation zur Beobachtung islamischer Medien des Nahen Ostens MEMRI hat nun den Ausschnitt dokumentiert. Das Video ist online zu sehen.

Wir geben Auszüge aus der sehr beeindruckenden Rede wieder. (Übersetzung und Hervorhebung durch den Autor)

Wafa Sultan:

„Der ‚Clash of Civilizations‘ ist kein Kampf zwischen Religionen oder Zivilisationen, sondern zwischen zwei gegenüberstehenden Epochen. Es ist ein Kampf zwischen einer mittelalterlichen Geisteshaltung und einer Geisteshaltung des 21. Jahrhunderts. Es ist ein Kampf zwischen Zivilisation und Rückwärtsgewandheit, zwischen zivilisierten und primitiven Menschen, zwischen Barbarei und Rationalität. Es ist ein Kampf zwischen Freiheit und Unterdrückung, zwischen Demokratie und Diktatur. Es ist ein Kampf zwischen Menschenrechten einerseits und Verletzung dieser Rechte andererseits. Es ist ein Kampf zwischen solchen, die Frauen wie Monster behandeln und solchen, die sie wie menschliche Wesen behandeln. Was wir derzeit sehen, ist kein Kampf der Zivilisationen, denn Zivilisationen kämpfen nicht gegeneinander, sondern sie konkurrieren miteinander.“

Moderator: „Ich entnehmen ihren Worten, dass das, was derzeit passiert, ein Kampf zwischen der Kultur des Westens und der Rückwärtsgewandheit und Ignoranz der Moslems ist?“

Sultan: „Ja, genau das meine ich.“

Moderator: „Wer hat mit dem Konzept des Kampfes der Zivilisationen angefangen? War es nicht Samuel Huntington? Es war jedenfalls nicht Bin Laden. Darüber würde ich gerne mit Ihnen sprechen.“

Sultan: „Die Moslems waren diejenigen, die diesen Begriff zum ersten Mal benutzten. Die Moslems haben mit dem Kampf der Zivilisationen begonnen. Der Prophet des Islam sagte: ‚Mir wurde auferlegt, gegen das Volk zu kämpfen, bis es an Allah und seinen Propheten glaubt.‘ Indem die Moslems die Menschen einteilten in Moslems und Nicht-Moslems, und die anderen bekämpften, bis sie ihren Glauben annahmen, begannen sie diesen Kampf, diesen Krieg. Wenn man den Krieg stoppen will, müssen sie ihre islamischen Bücher und Lehren überdenken, die voll davon sind, dass andere zu Ungläubigen erklärt werden und ihnen den Kampf angesagt wird.“

Sultan prangert zugleich an, dass Ungläubige von manchen Moslems zu „Affen und Schweinen“ deklariert werden. Christen seien „diejenigen, die Allahs Zorn auf sich geladen haben“. Christen seien nicht etwa „das Volk des Buches“. „Sie sind ein Volk von vielen Büchern. Alle sinnvollen wissenschaftlichen Bücher, die wir heutzutage haben, stammen von ihnen – die Frucht eines freien und kreativen Denkens. Was gibt einem das Recht, zu sagen, sie hätten ‚den Zorn Allahs auf sich geladen‘?“

Sie selbst sei weder Christin, Muslima oder Jüdin. „Ich bin ein säkularer Mensch. Ich glaube nicht an das Übernatürliche. Aber ich respektiere das Recht anderer, daran zu glauben.“

Dann schaltet sich ein muslimischer Geistlicher in das Gespräch. „Sind sie eine Ketzerin?“, fragt der.
Sultan antwortet: „Sie können es nennen, wie sie wollen. Ich bin ein säkularer Mensch, der nicht an das Übernatürliche glaubt. (…) Bruder, Sie können an Steine glauben, so lange sie sie nicht auf mich werfen! Sie können anbeten, was immer Sie wollen. Aber der Glaube anderer Menschen geht Sie nichts an. Ob sie nun glauben, dass der Messias Gott ist, Sohn Marias, oder dass Satan Gott ist, Sohn Marias, lasst die Menschen glauben, was sie wollen.

Die Juden haben die Tragödie des Holocaust hinter sich und sie brachten die Welt dazu, sie zu respektieren. Nicht wegen Terror, sondern wegen ihres Wissens. Wegen ihrer Arbeit, nicht weil sie rumschreien und weinen. Die Menschheit verdankt die meisten Entdeckungen und wissenschaftlichen Erkenntnisse des 19. und 20. Jahrhunderts jüdischen Wissenschaftlern. 15 Millionen Menschen, verstreut über die ganze Erde, haben sich vereinigt und ihre Rechte durch Arbeit und Wissen erlangt. Wir haben noch nie einen Juden gesehen, der sich in einem deutschen Restaurant in die Luft gesprengt hätte. Wir haben noch nie auch nur einen Juden gesehen, der eine Kirche zerstört hätte. Wir haben noch nie auch nur einen Juden gesehen, der durch Mord an Menschen seinen Protest geäußert hätte. Die Moslems haben drei Buddha-Statuen in Schutt und Asche verwandelt. Wir haben noch nie einen Buddhisten gesehen, der eine Moschee niedergebrannt, einen Moslem getötet oder eine Botschaft angezündet hätte. Nur die Moslems verteidigen ihren Glauben, indem sie Kirchen niederbrennen, Menschen töten und Botschaften zerstören. Dieser Weg führt zu keinerlei Ergebnissen. Die Moslems müssen sich fragen, was sie für die Menschheit tun können, bevor sie verlangen können, dass die Menschen sie respektieren.“