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Bücher

The Dog Delusion

by schumacher on 3. November 2011

(Das Original)

via b3ta.com, user: dunk3d

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Gott spielt Tischtennis

by schumacher on 1. September 2010

Als Nina Hagen Gott erlebte, dachte sie, der ist ja wie ein Fünfjähriger. Nur eben voller Liebe. Und so ein bisschen kommt einem der Gott in dem Comic “Die Zeit und Gott” auch vor. Er verhält sich irgendwie wie ein kleines Kind, voller Späße im Kopf, aber eben auch voller Liebe und Kreativität.

Er schafft im Vorbeigehen, amüsiert sich köstlich über seine eigenen Kreationen und unterhält sich wirklich interessiert mit seinen Geschöpfen. Es sei denn, es ist Rolf. Das war der erste Mensch, den Gott erschuf. Aber der nervte etwas, denn er “wusste alles besser und hatte den Plan”.

Gott liebt das Internet, freut sich über die neuen Schuhe des Mondes und überredet die Sonne, etwas länger zu scheinen, weil er noch ins Freibad möchte. Gott ist hier ein Zeitgenosse, den man irgendwie gerne kennenlernen würde. Er macht manchmal den einen oder anderen eher mittelmäßigen Witz (“Wenn ich durch Städte mit lateinischsprachiger Bevölkerung fahre und aus meinem Auto aussteige, dann machen alle den folgenden Satz: ‘Ey, guck mal! Deus ex macchina’.”), aber das ist okay.

Mit der Bibel haben die Geschichten eigentlich nichts zu tun. Aike Arndt hat sich einen eigenen Gott erfunden. Was nicht bedeutet, dass sich Arndts Gott und der Gott der Bibel widersprechen müssen. Allerdings hat Arndts Gott Freunde, mit denen spielt er Tischtennis, und wer gewinnt, darf eine Woche Zeit und Raum beherrschen.

Dieses Buch ist für strenggläubige Christen oder für Bibelfeste keinesfalls “politisch korrekt” und sicherlich kein Ersatz für das Andachtsbüchlein. Doch es ist so witzig, dass das Lachen die Skepsis besiegt. Eines steht fest: in Arndts Buch ist Gott albern, völlig gaga, nie böse, und immer für einen schlechten Kalauer zu haben. Und übrigens ist Gott kitzlig. Das kriegen auch seine Widersacher heraus und glauben, endlich was gegen ihn zu haben. Aber auch da ist Gott wieder einen Schritt voraus. Die nervigsten Widersacher im Buch sind die Menschen, sie nörgeln ständig herum und wissen eigentlich immer besser, was Gott tun und lassen sollte. Da betet man den ganzen Tag und zahlt seine Steuern, und Gott macht wieder, was er will!

Dieser Comic ist nur etwas für Leute, die den etwas abwegigen Humor des Autors teilen, und die schmerzfrei sind, wenn es um eine Darstellung Gottes geht, die weniger an die Bibel als vielmehr an ein Kinderbuch erinnert. Gott ist hier das genaue Gegenteil von einem Besserwisser. Dabei kann er ja eigentlich alles und weiß sicher auch alles besser, aber hat keinen Spaß daran, es zu zeigen. Der Leser sollte sich z.B. dafür interessieren, dass Gott als Hobby hat, allen Blättern im Bois-de-Bologne Kosenamen auf Altaramäisch zu geben.

Aike Arndt:
Die Zeit und Gott
Verlag: Zwerchfell
bei Amazon
Mehr Infos bei www.gottcomics.de.

(via Spreeblick)

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Holländisches Fernsehen über Nina Hagen

by schumacher on 17. Mai 2010

Der niederländische “Evangelische Rundfunk” (“Evangelische Omroep”) hat eine Sendung über Nina Hagen und ihre neue große Liebe Jesus gemacht. Der Journalist und Theologe Andries Knevel hat Nina in Berlin getroffen und interviewt. Es wird in den 8 Minuten langen Beitrag zwar auch Niederländisch gesprochen, aber Nina selbst spricht Deutsch.

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Nina Hagens Jesus-Party mit Volxbibel

by schumacher on 15. Dezember 2009

Dass Nina Hagen sich hat taufen lassen und ziemlich auf Jesus abfährt, hat sich ja mittlerweile rumgesprochen. In einem neuen Buch erzählt sie von ihrem Weg zu Gott. “Nina erzählt davon, wie sie mitten in einem atheistischen Umfeld bereits sehr früh auf ein verbotenes, aber faszinierendes Wesen namens Gott stieß.”

Am morgigen Mittwoch (16. Dezember) gibt sie in Berlin eine Party: Die “Christmas Peace-Revolution-Party” mit dem Namen “Jesus is the Rock”. Sie wird selbst mit ihrer Band auftreten (“Das einzige NINA HAGEN BAND-Konzert in diesem Jahr“) . Die Party findet im BKA Theater in Berlin statt. Alle Einnahmen der Party werden an wohltätige Organisationen gespendet.

Nina_Hagen_Party

Hier teilt Nina mit, dass die Party offenbar schon ausverkauft ist. Aber man kann noch Karten gewinnen, wenn man per SMS eine Spende vornimmt. Der Autor der “Volxbibel“, Martin Dreyer, twittert, dass er zur Party eingeladen wurde und dort aus der Volxbibel vorlesen wird.

Update: Mehr Infos hier.

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Auch Richard Dawkins betet (fast)

by schumacher on 4. Dezember 2009

Michael Blume vom Weblog “chronologs” hat eine gute Zusammenfassung über die Entwicklung des Religionskritikers und Biologen Richard Dawkins geschrieben. Er zitiert dabei einige bemerkenswerte Sätze des Briten, der besonders durch seinen Bestseller “The God Delusion” (“Der Gotteswahn”) bekannt wurde.

Zuerst wurde die Öffentlichkeit 1976 auf Dawkins aufmerksam, als er sein Buch “The Selfish Gene” (Das egoistische Gen) veröffentlichte. Darin betrachtet er die Evolution aus der Perspektive des Genoms.

Interessanterweise habe Dawkins am Ende seines Buches den genetischen Determinismus logisch eigentlich selbst wieder aufgehoben, so Blume. Denn dort ruft er den Leser dazu auf, sich “aus der Tyrannei der Replikatoren” zu befreien. “Er nahm also doch die Existenz eines nicht-determinierten (übernatürlichen?) Willens an, an den sich sogar appelieren ließ!”

2006 erschien “Der Gotteswahn”, das zu einem Flagschiff des so genannten “neuen Atheismus” wurde. Religionen seien gefährlich, Gläubige wahn-sinnig, religiöse Erziehung sei fast so etwas wie Kindesmißbrauch, so die wichtigsten Aussagen.

“Der neue Atheismus ist vielleicht nicht tot, aber er riecht schon irgendwie komisch!”, sagte der deutsche Atheist Michael Schmidt-Salomon 2008. Blume:

“Viele der eifernden Jünger (Jüngerinnen sind sehr selten) der Bewegung haben es noch nicht gemerkt – auch Richard Dawkins aber schon. (…) “In einem Interview mit dem Stern 2007 (Neuabdruck Stern-Extra 5/2009, gerade im Handel, S. 144 – 146) ging Richard Dawkins noch weiter – und bekannte: “Ich bin Agnostiker.” Die Wahrscheinlichkeit von Gottes Existenz liege “unter 50 Prozent”, aber die Position “der Atheisten”, die sie völlig ausschließen wollten, teile er nicht (mehr!?). An scharfer Religionskritik hält Dawkins durchaus fest – aber darauf angesprochen, dass sein “Gotteswahn” doch Gottes Existenz widerlegen wollte, erklärt er: “Das war mein ursprünglicher Ehrgeiz, vielleicht war ich da ein bißchen zu kühn.”

(…)

Den “Gotteswahn” stellt er nun neben den “Wahn”, sich “zu verlieben” und erläutert auch fast poetisch: “Den Versuch der Religion, ein tieferes Verständnis des Lebens zu finden, habe ich immer respektiert. Auch ich reagiere quasi religiös, wenn ich zu den Sternen aufsehe, zur Milchstraße und mir das Universum vorzustellen versuche. Das Gefühl, dass ich dann empfinde, könnte man fast so etwas wie Anbetung nennen.”

chronologs: “Richard Dawkins – Mein Held der Metapher“. Der Autor ist Religionswissenschaftler.

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Max Planck: “Hin zu Gott!”

by schumacher on 24. November 2009

Max Planck, Physiker, Nobelpreisträger, Mitbegründer der Quantenphysik, 1937:

Unter diesen Umständen ist es nicht verwunderlich, wenn die Gottlosenbewegung, welche die Religion als ein willkürliches, von machtlüsternden Priestern ersonnenes Trugbild erklärt und für den frommen Glauben an eine höhere Macht über uns nur Worte des Hohnes übrig hat, sich mit Eifer die fortschreitende naturwissenschaftliche Erkenntnis zunutze macht und im angeblichen Bunde mit ihr in immer schnelleren Tempo ihre zersetzende Wirkung über die Völker der Erde in allen ihren Schichten vorantreibt. Daß mit ihrem Siege nicht nur die wertvollsten Schätze unserer Kultur, sondern, was schlimmer ist, auch die Aussichten auf eine bessere Zukunft der Vernichtung anheimfallen würden, brauche ich hier nicht näher zu erörtern.”

(…)

“Die Naturwissenschaft braucht der Mensch zum Erkennen, die Religion aber braucht er zum Handeln.”

(…)

“Es ist der stetig fortgesetzte, nie erlahmende Kampf gegen Skeptizismus und Dogmatismus, gegen Unglaube und Aberglaube, den Religion und Naturwissenschaft gemeinsam führen. Und das richtungweisende Losungswort in diesem Kampf lautet von jeher und in alle Zukunft: Hin zu Gott!”

http://www.weloennig.de/MaxPlanck.html

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Der Mensch – zu 50% eine Banane?

by schumacher on 16. November 2009

Um Werbung für sein neues Buch “95 Thesen gegen die Evolution” zu machen, hat sich der schweizer Verein “ProGenesis” einige originelle Plakatmotive einfallen lassen.

50_Prozent_Banane

“Der Mensch – 50 % Banane?” fragt dieser Flyer. Im Innenteil steht folgendes:

Die angebliche Verwandtschaft zwischen Menschen und Affen wird unter anderem darauf zurückgeführt, daß Primaten einen hohen Prozentsatz des genetischen Materials (DNS) mit dem Menschen gemeinsam haben. (…) Unsere DNS ist auch zu etwa 50% identisch mit derjenigen der Banane. Trotzdem behauptet niemand, daß wir zu 50% verwandt seien mit Bananen.
(…)
Wenn wir annehmen, dass der Unterschied im Genom zwischen Menschen und Affen nur 1 Prozent betragen würde, so sind das immerhin 30 Millionen Basenpaare (1% von 3 Milliarden). In 5,5 Millionen Jahren (der postulierten Zeit, in der sich der Mensch aus affenähnlichen Vorfahren entwickelt haben soll) müssten also 30 Millionen Mutationen abgelaufen sein, die zudem stimmig zueinander sind, d.h. sinnvolle Informationen für die Zellen generieren.

Außerdem gibt es noch ein Plakat in der Größe DIN A2, das sämtliche 95 Thesen in Kurzform enthält.

Besonders provokativ ist vielleicht dieses Flyer:

ProGenesis_Finger

Die Antwort auf die Frage, was der Mittelfinger mit Weltanschauung zu tun hat: “In der Regel ist der Mittelfinger der längste Finger der Hand. Dank diesem Finger passen viele Menschen in ein exaktes Quadrat und in einen Kreis. (…) Zwar sind in den vergangenen Jahrzehnten unzählige Fakten bekannt geworden, die ganz klar gegen die Evolutionstheorie sprechen, doch der Glaube an Evolution, Urknall und eine viele Millionen Jahre alte Erde hat sich tief in das Bewusstsein der modernen Gesellschaft eingeprägt.”

Mehr Infos unter www.0095.info.

Übrigens: Das Magazin “Factum” hat sich in seiner neuen Ausgabe auch kritisch mit den 95 Thesen auseinander gesetzt. Die Studiengemeinschaft “Wort und Wissen” etwa kritisiert einige der Thesen als unwissenschaftlich und bedauert, dass der eigentliche wissenschaftliche Anspruch der modernen Evolutionskritik oft über die Thesen hinaus geht.

Das Christliche Medienmagazin pro hat sich vor einigen Wochen ebenfalls mit dem Buch “95 Thesen gegen die Evolution” beschäftigt.

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Mark Twain wundert sich über das jüdische Volk

by schumacher on 11. November 2009

Mark Twain (1835 – 1910) wundert sich:

”…If statistics are right, the Jews constitute but one percent of the human race. It suggests a nebulous dim puff of stardust lost in the blaze of the Milky way. properly, the Jew ought hardly to be heard of, but he is heard of, has always been heard of. He is as prominent on the planet as any other people, and his commercial importance is extravagantly out of proportion to the smallness of his bulk. His contributions to the world’s list of great names in literature, science, art, music, finance, medicine, and abstruse learning are also away out of proportion to the weakness of his numbers. He has made a marvelous fight in this world, in all the ages; and had done it with his hands tied behind him. He could be vain of himself, and be excused for it.

The Egyptian, the Babylonian, and the Persian rose, filled the planet with sound and splendor, then faded to dream-stuff and passed away; the Greek and the Roman followed; and made a vast noise, and they are gone; other people have sprung up and held their torch high for a time, but it burned out, and they sit in twilight now, or have vanished. The Jew saw them all, beat them all, and is now what he always was, exhibiting no decadence, no infirmities of age, no weakening of his parts, no slowing of his energies, no dulling of his alert and aggressive mind. All things are mortal but the Jew; all other forces pass, but he remains. What is the secret of his immortality?”

Mark Twain (“Concerning The Jews,” Harper’s Magazine, 1899)
(www.simpletoremember.com/jewish/blog/mark-twain-and-the-jews)

“Wenn die Statistiker Recht haben, machen die Juden gerade mal ein Prozent der Menschheit aus. Es ist so, als wären sie lediglich ein kleines Wölkchen Sternenstaub irgendwo in der Milchstraße. Eigentlich dürfte man von den Juden noch nicht viel gehört haben, aber man hört von ihnen, und man hat schon immer etwas von ihnen gehört. Sie sind ebenso bekannt auf dem Planeten wie jedes andere Volk, und ihre Bedeutung für die Geschäfte ist außerordentlich, gemessen an ihrer winzigen Größe. Ihr Anteil an den größten Namen in der Literatur, in der Wissenschaft, in der Kunst, Musik, Finanzen, in der Medizin und in der Bildung stehen ebenfalls jenseits einer Verhältnismäßigkeit bemessen an ihrer kleinen Zahl. Sie haben fabelhaft gekämpf tin dieser Welt, zu allen Zeitaltern; und das mit auf dem Rücken verbundenen Händen. Sie könnten sich darauf etwas einbilden, aber sie haben sich dafür entschuldigt.

Die Ägypter, die Babylonier und die Perser kamen auf, füllten den Planeten mit Geräuschen und Pracht, dann verschwanden sie wieder; die Griechen, die Römer folgten; sie machten einen ungeheuren Lärm, und sie verschwanden; andere Völker traten auf und hielten für eine Weile die Fackel hoch, aber die brannte ab, und jetzt sitzen sie im Dunkeln oder sind ganz verschwunden. Die Juden haben sie alle gesehen und sie alle besiegt, und jetzt sind sie, was sie immer waren, stellen keine besondere Dekadenz zur Schau, zeigen keine Alterserscheinungen, keine Schwächen, kein Schwinden ihrer Ernergie, kein Abstumpfen eines wachsamen und streitlustigen Geistes. Alle Dinge sind sterblich außer den Juden; alle anderen Kräfte verschwinden, aber sie bleiben. Worin besteht das Geheimnis ihrer Unsterblichkeit?”

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Hat die Bibel recht? (kostenloses Buch)

by schumacher on 12. Oktober 2009

Das Buch “Ist die Bibel Wahrheit” von William MacDonald steht in der deutschen Version kostenlos als pdf hier zum Download. Es geht um die Glaubwürdigkeit der Bibel, um die Wahrscheinlichkeit, dass Jesus Christus wirklich gelebt hat, und wieviele Prophezeiungen der Bibel sich bereits erfüllt haben. Ein sehr spannendes Buch, das Wert darauf legt, die Glaubwürdigkeit der Bibel mit nachvollziehbaren Argumenten zu untermauern.

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Heinrich Heine und der “Klerus des Atheismus”

by schumacher on 12. August 2009

Der Dichter Heinrich Heine kehrte, so berichtet er, lange schwer krank im Bett liegend, vor seinem Tod zum “persönlichen Gott” zurück.

Im Nachwort zum Gedichtband Romanzero” schreibt Heine, der acht Jahre wegen einer Lähmungserkrankung in Paris im Bett liegen musste, 1851, also viereinhalb Jahre vor seinem Tod, folgendes (gekürzt):

“Ich hatte damals noch etwas Fleisch und Heidentum an mir, und ich war noch nicht zu dem spiritualistischen Skelette abgemagert, das jetzt seiner gänzlichen Auflösung entgegenharrt. Aber existiere ich wirklich noch? Mein Leib ist so sehr in die Krümpe gegangen, daß schier nichts übrig geblieben als die Stimme (…) So hätte ich denn mein Gewissen erleichtert. Wenn man auf dem Sterbebette liegt, wird man sehr empfindsam und weichselig, und möchte Frieden machen mit Gott und der Welt. Ich gestehe es, ich habe Manchen gekratzt, Manchen gebissen, und war kein Lamm. (…) Seit ich selbst der Barmherzigkeit Gottes bedürftig, habe ich allen meinen Feinden Amnestie erteilt (…) Ja, wie mit der Kreatur, habe ich auch mit dem Schöpfer Frieden gemacht, zum größten Ärgernis meiner aufgeklärten Freunde, die mir Vorwürfe machten über dieses Zurückfallen in den alten Aberglauben, wie sie meine Heimkehr zu Gott zu nennen beliebten. Andere, in ihrer Intoleranz, äußerten sich noch herber.

Der gesamte hohe Klerus des Atheismus hat sein Anathema über mich ausgesprochen, und es gibt fanatische Pfaffen des Unglaubens, die mich gerne auf die Folter spannten, damit ich meine Ketzereien bekenne. Zum Glück stehen ihnen keine andern Folterinstrumente zu Gebote als ihre Schriften. Aber ich will auch ohne Tortur alles bekennen. Ja, ich bin zurückgekehrt zu Gott, wie der verlorene Sohn, nachdem ich lange Zeit bei den Hegelianern die Schweine gehütet. War es die Misère, die mich zurücktrieb? Vielleicht ein minder miserabler Grund. Das himmlische Heimweh überfiel mich und trieb mich fort durch Wälder und Schluchten, über die schwindlichsten Bergpfade der Dialektik. Auf meinem Wege fand ich den Gott der Pantheisten, aber ich konnte ihn nicht gebrauchen.

(…) Wenn man nun einen Gott begehrt, der zu helfen vermag – und das ist doch die Hauptsache – so muß man auch seine Persönlichkeit, seine Außerweltlichkeit und seine heiligen Attribute, die Allgüte, die Allweisheit, die Allgerechtigkeit u.s.w. annehmen. Die Unsterblichkeit der Seele, unsre Fortdauer nach dem Tode, wird uns alsdann gleichsam mit in den Kauf gegeben, wie der schöne Markknochen, den der Fleischer, wenn er mit seinen Kunden zufrieden ist, ihnen unentgeltlich in den Korb schiebt.

(…) Ich habe vom Gott der Pantheisten geredet, aber ich kann nicht umhin zu bemerken, daß er im Grunde gar kein Gott ist, so wie überhaupt die Pantheisten eigentlich nur verschämte Atheisten sind, die sich weniger vor der Sache als vor dem Schatten, den sie an die Wand wirft, vor dem Namen, fürchten. Auch haben die meisten in Deutschland während der Restaurationszeit mit dem lieben Gotte dieselbe funfzehnjährige Komödie gespielt, welche hier in Frankreich die konstitutionellen Royalisten, die größtenteils im Herzen Republikaner waren, mit dem Königtume spielten. (…) In derselben Weise tauchte in Deutschland die Ansicht auf, daß man wählen müsse zwischen der Religion und der Philosophie, zwischen dem geoffenbarten Dogma des Glaubens und der letzten Konsequenz des Denkens, zwischen dem absoluten Bibelgott und dem Atheismus.

(…) In der Theologie hingegen muß ich mich des Rückschreitens beschuldigen, indem ich, was ich bereits oben gestanden, zu dem alten Aberglauben, zu einem persönlichen Gotte, zurückkehrte. Das läßt sich nun einmal nicht vertuschen, wie es mancher aufgeklärte und wohlmeinende Freund versuchte. Ausdrücklich widersprechen muß ich jedoch dem Gerüchte, als hätten mich meine Rückschritte bis zur Schwelle irgend einer Kirche oder gar in ihren Schoß geführt. Nein, meine religiösen Überzeugungen und Ansichten sind frei geblieben von jeder Kirchlichkeit; kein Glockenklang hat mich verlockt, keine Altarkerze hat mich geblendet. Ich habe mit keiner Symbolik gespielt und meiner Vernunft nicht ganz entsagt. Ich habe nichts abgeschworen, nicht einmal meine alten Heidengötter, von denen ich mich zwar abgewendet, aber scheidend in Liebe und Freundschaft. Es war im Mai 1848, an dem Tage, wo ich zum letzten Male ausging, als ich Abschied nahm von den holden Idolen, die ich angebetet in den Zeiten meines Glücks. Nur mit Mühe schleppte ich mich bis zum Louvre, und ich brach fast zusammen, als ich in den erhabenen Saal trat, wo die hochgebenedeite Göttin der Schönheit, Unsere liebe Frau von Milo, auf ihrem Postamente steht. Zu ihren Füßen lag ich lange, und ich weinte so heftig, daß sich dessen ein Stein erbarmen mußte. Auch schaute die Göttin mitleidig auf mich herab, doch zugleich so trostlos, als wollte sie sagen: siehst du denn nicht, daß ich keine Arme habe und also nicht helfen kann?”

Der vollständige Text findet sich unter anderem bei Hagalil.com.

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