“Ist es eigentlich verwegen zu sagen, dass Gott die Liebe in mir ist?”, fragt Sophie von Maltzahn im Weblog der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” (FAZ) “Ding und Dinglichkeit”. “Das Ding” ist für sie in diesem Fall Gott und die Liebe. Gott und Liebe haben nach ihrer Ansicht viel gemeinsam: Die Existenz Gottes lässt sich nicht beweisen. Und ob die wahre Liebe für jeden existiert, wer weiß das schon?
Eine weitere Erkenntnis von Frau Maltzahn: Liebe ist vielfältig. Gott ist auch vielfältig. Und beide kann man nicht besitzen. Außerdem: Liebeslieder berühren das Herz genauso wie Lieder über Gott.
Logisch, dass da ein gewisser Zusammenhang bestehen muss. Deshalb ist auch ein “Ja” auf die anfangs gestellte Frage logisch. Noch logischer wird das Ganze angesichts eines Zitats aus der Bibel: Gott ist die Liebe (1. Joh 4,16). Da steht’s ja schwarz auf weiß. Also: Nein, ich finde es nicht verwegen, Gott als die Liebe in mir zu bezeichnen, liebe Sophie.
Ist es dagegen verwegen, zu behaupten: Gott ist überhaupt der Grund, dass Liebe existiert? Anders gesagt: Kein Gott würde bedeuten: keine Liebe?! Auch, wer dem nicht zustimmt wird zumindest erkennen müssen: Es lohnt sich, da mal drüber nachzudenken.
Mindestens einen Unterscheid zwischen Gott und der zwischenmenschlichen Liebe gibt es aber doch: “Wer Gott einmal findet, wird ihn unter normalen Umständen nicht wieder verlieren. Er bleibt. Und, weil Gott zu finden ist, tut dies, wer ihn sucht.” Beruhigend zu wissen. Und schön, dass du das mal angesprochen haben, liebe Sophie. Und mutig. Denn wo findet man heutzutage noch tiefsinnige Gedanken über Gott und Liebe? Und noch dazu in einem Blog einer großen Tageszeitung?
Was weiß man schon über die koptischen Christen in Ägypten? “Die Zeit online” zeigt Fotos des Fotografen Philipp Spalek, der vor den Unruhen in Ägypten viel Zeit in einer der koptischen Gemeinden Kairos verbracht hat. “Seine Bilder dokumentieren den lebendigen Glauben der Bewohner. (…) Die christliche Minderheit der Kopten pflegt eine der ältesten Kulturen am Nil. Ihre religiöse Kultur bewegt sich zwischen stiller Andacht und ausgelassenem Feiern.”
Außerdem hat die “Die Zeit online” bereits im Januar einen Hintergrundbericht über die Kopten veröffentlicht:
“Wir sind keine Ungläubigen”
Nach dem Anschlag von Alexandria erwachen die Kopten aus ihrer Trauer und beharren auf Ägypten als angestammter Heimat. Ein Besuch in einem der ältesten Klöster der Christenheit. http://www.zeit.de/2011/03/Kopten-Aegypten
…gibt es nun orthopädische Gebetsteppiche für Senioren. Wie der epd berichtet ist in diesen Teppich ist eine Matte aus Mehrkomponenten-Polyurethanschaum eingenäht. Der Schaumstoff ist federnd, sodass die Knie nicht einsinken, sondern gestützt werden. Dies soll nicht nur Knie- und Hüftschmerzen lindern, sondern auch gegen Rückenprobleme helfen. Erfinder der Innovation ist Turgay Yenerer, Inhaber eines Teppichgeschäfts in Karlsruhe. “Die älteren Menschen müssen jetzt nicht mehr auf die vertraute Form des Betens verzichten”, schwärmt Yenerer. “Sie können wieder beten, ohne zu leiden, und sich hundertprozentig auf ihr Gebet konzentrieren.” Und für 69 Euro plus Versand fliegt…äh…flattert das gute Stück direkt zu vom Alter geplagten Gläubigen nach Hause. Die Idee für einen knieschonenden Gebetsteppich hatte auch Adnan Pirisan aus dem Holsteiner Schwentinental. Der gelernte Elektromeister wollte seiner Mutter das Beten erleichtern. Er entwickelte einen Teppich, der an Füßen, Knien und Stirn mit Schaumstoff verstärkt ist. “Dank der Einlagen können meine Kunden auf jedem Untergrund komfortabel beten, egal wie hart er ist”, zitiert der epd Pirisan. Zudem lasse sich sein Teppich, der zwischen 39,50 und 49,50 Euro kostet, zu einer Tasche zusammenfalten. Darin sei dann noch Platz für ein Gebetsbuch und ein Getränk.
Was habe ich gelacht, als ich diesen Clip zum ersten Mal gesehen habe – aber mit zustimmendem Kopfnicken. Vielleicht sind die Gottesdienste bei uns in Deutschland im Großen und Ganzen noch nicht ganz so professionell wie im Film beschrieben. Wer aber würde das enorme Streben nach modernen, ganz neuen Gemeinden in unserem Land bestreiten?!
Doch was wird am Ende übrig bleiben? Eine gut durchdachte, strukturiere emotionale Erfahrung? Ist es das, was wir von unserem Sontag morgen wollen? Wann und wo habe ich zum letzten Mal lebensverändernde 1,5 Stunden erlebt?
Ich hoffe, ich triefe nicht vor blinder Naivität, wenn ich nicht glaube, dass unsere Gottesdienste bewusst manipulativ sind. Auf der anderen Seite bin ich manchmal richtig peinlich berührt, wie wenig wir von dem erklären können, was da Sontags so los ist in unseren Kirchen. Wir machen ohne zu hinterfragen weiter, was immer schon gemacht wurde. Oder wir übernehmen, unreflektiert, was andere ausprobiert und für gut erachtet haben (ohne jetzt konkret an irgendeine US-Mega Church zu denken). Ich bin sicher nicht die Erste, die sich fragt, ob das, was wir Gemeinde nennen, noch relevant ist, oder gar unseren eigenen Ansprüchen gerecht wird.
Jemand hat das mal so beschrieben:
“Gemeinde ist heute nur noch ein Kinderheim für einen, der eine Familie sucht.”
Es gibt immer mehr Bücher auf dem Markt, die dieses Problem ansprechen und beschreiben. Aber über einer gute Lösung, so scheint es mir, brühten Gemeindefrustrierte noch. Geschlüpft ist sie noch nicht.
“Ein Schöpfer ist überflüssig”, sagt Stephen Hawking, der derzeit bekannteste lebende Wissenschaftler, in seinem neuen Buch “Der große Entwurf”, das am 9.September erscheinen soll.
Foto: NASA/Wikipedia
In seinem bekanntesten Bestseller “Eine kurze Geschichte der Zeit” schien er Gott als Schöpfer noch zu akzeptieren, nun aber haben ihn neue Theorien davon überzeugt, dass der Urknall wahrscheinlicher sei als ein göttliches Wesen. “Weil es ein Gesetz wie das der Schwerkraft gibt, kann das Universum spontan aus dem Nichts entstehen”, schreibt Hawking und nennt das “spontane Schaffenskraft”. Er hat sich nun gänzlich von Religion distanziert. “Die Welt braucht keinen Gott, und wenn es ihn gibt, war er bei der Entstehung des Universums ein unbeteiligter Zeuge…”
Hawkins Physikkenntnisse in allen Ehren, aber bei seiner Schlussfolgerung komme ich nicht mit. Warum muss wissenschaftliche Logik Gott zwingend aus der Entstehung der Welt zu schieben?
Ich muss da unweigerlich an eine Geschichte denken von Mäusen, die in einem Klavier lebten. Immer wenn diese Mäuse Musik hörten, erzählten sie sich Geschichten vom geheimnisvollen Klavierspieler. Eine kleine Maus wollte es genauer wissen und machte sich auf den Weg nach oben, um den Klavierspieler zu finden, aber alles, was sie fand, waren Drähte und Holzhämmerchen. Mit diesen Neuigkeiten kam sie zu den anderen zurück. Einige waren enttäuscht, aber es galt nun als bewiesen: Musik entsteht durch die Berührung von Holzhämmerchen auf Drähten. Einen Klavierspieler gibt es nicht.
Kann es sein, dass es gerade einen Trend hin zum Offline-Sein gibt? Meine Kollegin hat über dieses Trend-Thema in pro geschrieben (“Ich bin dann mal off“), jetzt fand ich dieses Video:
Eine interessante Entdeckung hat der israelische Archäologe Adam Zertal gemacht. Auf Luftaufnahmen entdeckte er große Anordnungen in der Form eines Fußabdrucks. Sie sind in seinen Augen Zeugnisse der ersten Siedlungen der Israeliten, die nach 40 Jahren Wanderschaft aus der Sklaverei in Ägypten ins heilige Land kamen.
Der ARD-Korrespondent für Israel, Richard C. Schneider, berichtet in seinem Video-Blog über diesen seltsamen Fund im Jordantal.
In seinem fünfminütigen Film berichtet Schneider, dass die Bibel dem israelischen Archäologen dabei geholfen hat, seine Theorie über die “Fußabdrücke” aufzustellen. “Ist die geshcichte von dem Auszug aus Ägypten wahr ode rnur ein Mythos?”, fragt Schneider.
Zertal sagt, die Bibel berichte mehrmals von der Bedeutung eines Fußabdruckes für das Judentum, etwa im Buch Jeremia, im 5. Buch Mose oder in Hesekiel. Die Israeliten sollten den Fuß auf das Land setzen, dadurch wurde die Besitznahme symbolisiert. In der Bibel heißt es an anderer Stelle: “Denn höre, ich will den Fuß Israels nicht mehr von diesem Land entfernten.” oder: “Du Menschenkind, das ist der Ort meines Throns und die Sätte meiner Fußsohlen.” Der Fuß wurde zum Symbol Gottes.
Man fand innerhalb der Mauern dieser Fuß-Siedlungen Rückstände von Opfergaben. Die Bibel nennnt diese Orte “Gilgals”, das waren offene Versammlungsstätte.
Richard C. Schneider vom ARD-Studio Tel Aviv hat für die Webseite der ARD in seinem Video-Blog einen Beitrag über christliche Zionisten in den USA gemacht. Er hat eine Gemeinde nahe Washington D.C. besucht, einen Gottesdienst gefilmt und mit dem Pastor gesprochen.
Herausgekommen ist eine sehenswerte kleine Doku (10 Minuten) über typische amerkanische christliche Israelfreunde, die insgesamt wohl eher rechts wählen und Israel lieben.
Erstaunlich: Schneider kommt, anders als so viele andere Berichterstatter in Deutschland, ohne Häme, kritische Seitenhiebe oder persönliche Abneigungen aus. Es scheint ihn doch noch zu geben: den ganz sachlichen Journalismus, der ohne allszu starke persönliche Färbung auskommt. Verziehen sei ihm, dass er ständig das Wort “Evangelisten” benutzt und damit wahrscheinlich “Evangelikale” meint.