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Die Zeit

Eine steile These vertreten laut dem Evangelischen Pressedienst (epd) einige Film-Experten, die am Mittwochabend an einem Podiumsgespräch der Universität Freiburg teilgenommen hatten: ohne die Tradition des Protestantismus sei das aktuelle Kino nicht denkbar.

Der Feuilletonchef der Wochenzeitung “Die Zeit“,  Jens Jessen, sagte demnach, historische Entwicklungen in der Literatur wie der Übergang zur Klassik und zur Romantik sei in manchen katholisch geprägten Ländern “nicht gelaufen”. Mit Protestantismus werde eine “hochgezüchtete Innerlichkeit” und Bürgerlichkeit verbunden, so Jessen weiter. Beispielsweise Ironie “kann man sich nicht ohne Protestantismus vorstellen”.

Die Literaturwissenschaftlerin Margrit Frölich bezweifelte die Existenz eines protestantischen Films. Wenn es einen solchen gäbe, wäre er schlecht, so die Expertin. Frölich machte aber deutlich, dass die Kirche sich mit dem Film beschäftige und er ein Medium der Zeitdiagnose sei.

Filmkritiker Karsten Visarius vom Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik sagte, das christliche Verbot, sich ein Bildnis zu machen, habe Spuren im Film hinterlassen. In einem früheren Symposion habe ein Experte dargestellt, das Kino sei der “Triumph protestantischer Bilderstürmerei”, weil jedes neue Bild vom voraus gegangenen vernichtet werde.

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Atheisten nicht mehr ganz so sicher im Unglauben

by schumacher on 29. Oktober 2008

“There’s probably no God”. “Wahrscheinlich gibt es Gott nicht”. Diesen Satz wollten ein paar beherzte Atheisten auf ein paar Londoner Busse kleben lassen. Gefolgt von dem Ratschlag: “Stop worrying and enjoy your life” – “Jetzt hören Sie auf, sich Sorgen zu machen, und genießen Sie Ihr Leben”.

Viele rieben sich verdutzt die Augen. Das sollen Atheisten sein? Solche nämlich, die fest davon überzeugt sind, dass es keinen Gott gibt? Es gebe nur “wahrscheinlich” keinen Gott? Im Gegensatz zu Agnostikern, die sich immerhin nicht ganz sicher sind, plakatieren derzeit eigentlich einige bekannte Vertreter ihren Nichtglauben offensiv in Büchern, in Vorträgen – und jetzt auch auf Bussen.

Nur leider scheint der Schuss in die falsche Richtung zu gehen. “Die Zeit” kommentiert die Aktion so:

Manche Theologen glauben, der neue Atheismus sei das Beste, was dem Christentum widerfahren konnte. (…) Die neueste Kampagne britischer Atheisten ist ein Geschenk, mit dem selbst gottesfürchtige Christen nicht gerechnet haben dürften. (…) Der Slogan solle »die Leute zum Denken bringen«, kommentiert Richard Dawkins, der die Aktion mit 5500 Pfund unterstützt. (…) Ach Gott. Friedrich Nietzsche dürfte sich im Grabe umdrehen.

(“Gott ist tot. Oder nicht?“)

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