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Judentum

Punk ohne Judentum nicht denkbar

by anna on 5. Januar 2009

Möglich, dass es den Punkrock ohne die jüdische Kultur gar nicht gegeben hätte. Diese These stellt Steven Lee Beeber auf. “Punk reflektiert die gesamte jüdische Geschichte von Unterdrückung und Unsicherheit, Flucht und Wanderschaft, Dazugehören und Nicht-Dazugehören,…” schreibt der US-amerikanische Autor in der Einleitung zu seinem Buch “Die Heebie-Jeebies im CBGB’s”.

Um das zu belegen führt er nicht irgendeine Punkband an, sondern bedient sich gleich bei den Urvätern der Drei-Akkorde-Musik – den Ramones. Die, so Beeber, stammten alle aus Forest Hills, einem mehrheitlich jüdischen Viertel New Yorks, die Eltern des Schlagzeugers Tommy Ramone waren einst als Holocaust-Flüchtlinge in die USA eingewandert.

Soll heißen: Eine Bewegung, die sich auf die Fahnen geschrieben hatte, mit allen Traditionen zu brechen, erst Recht mit religiösen Normen und Werten, ist ohne selbige gar nicht denkbar. So erklärt Beeber auch die häufige Verwendung nationalsozialistisch geprägter Motive im Punk, etwa im Titel “Blitzkrieg Bob” der Ramones.

“Der Weltverdunkelung des Faschismus begegnen die Ramones auf ihre eigene Weise. In dem Song ‘Today your love-Tomorrow the World’, einer Verballhornung von ‘Am deutschen Wesen soll die ganze Welt genesen’, zählen sie neben blindem Nazigehorsam andere für sie bedeutsame Regeln auf, von ‘Be nice to Mommy’, über ‘Don’t talk to Commies’, bis zu ‘Eat Kosher Salami’, berichtet die “taz” über Beebers Theorie.

Nicht nur die Biografie der Ramones, auch die von Lou Reed, die der Dictators, des New Yorker Duos Suicide, von Richard Hell, oder von Lenny Kaye, dem Gitarristen der Patti-Smith-Band diskutiere er ausführlich. “Man kann diese Musiker nicht gänzlich verstehen, ohne den jüdischen Anteil in ihrem Werk zu untersuchen”, so Beeber.

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Einie Liste mit den Namen aller jüdischen Bürger, die in Deutschland zwischen 1933 und 1945 gelebt haben und vom nationalsozialistischen Gewaltregime verfolgt wurden, hat die Stiftung “Erinnerung, Verantwortung und Zukunft” (EVZ) am heutigen Mittwoch dem Bundeskanzleramt vorgelegt.

Günter Saathoff vom EVZ-Vorstand überreichte die Liste Staatsministerin Hildegard Müller, heißt es in einer Pressemitteilung der Bundesregierung.

Die Liste besteht aus aus den Namen von rund 600.000 Menschen jüdischen Glaubens, die aus 2,5 Millionen Datensätzen identifiziert wurden, heißt es darin. Das Verzeichnis soll in erster Linie eine Grundlage für Familienrecherchen sein, aber auch der wissenschaftlichen Forschung dienen.

Die Bundesregierung wird die Liste demnächst der Gedenkstätte in Yad Vashem, dem Jüdischen Museum in Berlin, der Jewish Claims Conference, dem Holocaust-Museum in Washington, der Stiftung Neue Synagoge/Centrum Judaicum in Berlin und dem Internationalen Suchdienst in Bad Arolsen zur Verfügung stellen.

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