Mittlerweile habe ich auch den Film “Sieben Leben” mit Will Smith gesehen. Ich fand ihn ziemlich gut. An anderer Stelle hatte ich ja aufgerufen, sich zu melden, wenn jemand den Film gesehen hat. Danke für die Eindrücke.
Ben Thomas (Will Smith) entdeckt seine Passion dafür, anderen etwas zu geben. Er will schenken, weil sein altes Leben als selbstsüchtiger, wohlhabender Jüngling keinen Sinn hatte, und er im Geben einen neuen Sinn findet. Er erduldet Schmerzen für andere und opfert sich schließlich ganz, weil seine Körperteile von anderen dringender gebraucht werden als von ihm. So kann man die Story wohl zusammenfassen. Allerdings ist es die Einstellung Ben, die so beeindruckt.
Ich finde, der Film ist ein perfektes Beispiel dafür, wie nicht-christliches Kino Christen beeindrucken und weiterbringen kann (ich glaube, das etwas alte Wort dafür lautet “erbauend”).
Sicherlich verlangt Gott von niemandem, es Ben Thomas nachzutun und seinen Körper Stück für Stück zu spenden. Und so plump ist die Realität wohl auch nicht, dass man einem Menschen sein vollkommenes Glück schenkt, indem man ihm ein bestimmtes Körperteil spendet (oder?). Und auch beim Spender liegt im Spenden vielleicht nicht das vollkommene Glück.
Aber darum geht es auch nicht im Film. Es ist wohl eher die Fähigkeit von Ben, zu erkennen, was andere brauchen, und dann keine Kosten und Mühen zu scheuen, ihm genau das zu geben. Das zeigt zum Beispiel das Geschenk, das Ben Emily macht (er repariert der schwer kranken jungen Frau unter anderem eine seit langem defekte Druckermaschine, die Emily viel bedeutet). Um was es im Film eigentlich geht, ist die innere Einstellung, die für das Prinzip Geben nötig ist.
Was mich an solchen Filmen allerdings (unwesentlich) stört, ist das Konzept: “Er ist ein guter Mensch”. Ben Thomas beobachtet seine möglichen Kandidaten eine zeitlang und urteilt dann, ob sie seine Organ-Spende auch verdienen oder nicht. Sind Menschen so einfach gestrickt, dass man sie in “gute” und “schlechte” Menschen einteilen kann? Wie gut, dass Organ-Spenden größtenteils anonym passieren.
Auf jeden Fall ein sehenswerter Film, dessen Spannungsbogen dem Kino-Besucher allerdings etwas Geduld abverlangt. Der Spannungsbogen steigt nämlich erst in den letzten 20 Minuten so richtig an. Vorher hatte ich schon das Gefühl, mich mit dem Film total vertan zu haben.