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richard dawkins

Auch Richard Dawkins betet (fast)

by schumacher on 4. Dezember 2009

Michael Blume vom Weblog “chronologs” hat eine gute Zusammenfassung über die Entwicklung des Religionskritikers und Biologen Richard Dawkins geschrieben. Er zitiert dabei einige bemerkenswerte Sätze des Briten, der besonders durch seinen Bestseller “The God Delusion” (“Der Gotteswahn”) bekannt wurde.

Zuerst wurde die Öffentlichkeit 1976 auf Dawkins aufmerksam, als er sein Buch “The Selfish Gene” (Das egoistische Gen) veröffentlichte. Darin betrachtet er die Evolution aus der Perspektive des Genoms.

Interessanterweise habe Dawkins am Ende seines Buches den genetischen Determinismus logisch eigentlich selbst wieder aufgehoben, so Blume. Denn dort ruft er den Leser dazu auf, sich “aus der Tyrannei der Replikatoren” zu befreien. “Er nahm also doch die Existenz eines nicht-determinierten (übernatürlichen?) Willens an, an den sich sogar appelieren ließ!”

2006 erschien “Der Gotteswahn”, das zu einem Flagschiff des so genannten “neuen Atheismus” wurde. Religionen seien gefährlich, Gläubige wahn-sinnig, religiöse Erziehung sei fast so etwas wie Kindesmißbrauch, so die wichtigsten Aussagen.

“Der neue Atheismus ist vielleicht nicht tot, aber er riecht schon irgendwie komisch!”, sagte der deutsche Atheist Michael Schmidt-Salomon 2008. Blume:

“Viele der eifernden Jünger (Jüngerinnen sind sehr selten) der Bewegung haben es noch nicht gemerkt – auch Richard Dawkins aber schon. (…) “In einem Interview mit dem Stern 2007 (Neuabdruck Stern-Extra 5/2009, gerade im Handel, S. 144 – 146) ging Richard Dawkins noch weiter – und bekannte: “Ich bin Agnostiker.” Die Wahrscheinlichkeit von Gottes Existenz liege “unter 50 Prozent”, aber die Position “der Atheisten”, die sie völlig ausschließen wollten, teile er nicht (mehr!?). An scharfer Religionskritik hält Dawkins durchaus fest – aber darauf angesprochen, dass sein “Gotteswahn” doch Gottes Existenz widerlegen wollte, erklärt er: “Das war mein ursprünglicher Ehrgeiz, vielleicht war ich da ein bißchen zu kühn.”

(…)

Den “Gotteswahn” stellt er nun neben den “Wahn”, sich “zu verlieben” und erläutert auch fast poetisch: “Den Versuch der Religion, ein tieferes Verständnis des Lebens zu finden, habe ich immer respektiert. Auch ich reagiere quasi religiös, wenn ich zu den Sternen aufsehe, zur Milchstraße und mir das Universum vorzustellen versuche. Das Gefühl, dass ich dann empfinde, könnte man fast so etwas wie Anbetung nennen.”

chronologs: “Richard Dawkins – Mein Held der Metapher“. Der Autor ist Religionswissenschaftler.

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Ein Angriff ins Leere

by schumacher on 12. Februar 2009

Der britische Literatuirhistoriker Terry Eagleton schrieb vor zwei Jahren in einem Text:

“Stellen Sie sich jemanden vor, der zum Thema Biologie Stellung bezieht, und dessen einziges Wissen dazu auf dem Buch ‘Die Vögel Großbritanniens’ beruht, und Sie haben eine vage Idee davon, wie es sich anfühlt, Richard Dawkins Ansichten über Theologie zu lesen.”
(via “Spreeblick)

Den sehr langen Beitrag Eagletons über das Buch “The God Delusion” (“Der Gotteswahn”) von Richard Dawkins können wir leider nicht komplett wiedergeben, aber einige lesenswerte Passagen daraus haben wir übersetzt.

Überzeugte Rationalisten wie Dawkins, der so ziemlich der überzeugteste Atheist seit Betrand Russel ist, sind in gewisser Weise am schlechtesten dafür ausgerüstet, zu verstehen, was sie geißeln, denn sie glauben, dass es da gar nichts zu verstehen gibt oder dass es überhaupt wert sei, da irgendetwas zu verstehen.

Das ist der Grund dafür, warum sie so beständig mit so abgeschmackten Karikaturen des religiösen Glaubens ankommen, bei denen selbst ein Theologiestudent im ersten Semester die Miene verziehen würde.

Je mehr sie Religion hassen, desto schlechter scheinen ihre Kritiken daran zu werden.

Wenn sie gebeten würden, ein Urteil über Phänomenologie oder die Geopolitik Südasiens zu fällen, würden sie die Thematik wohl so sehr büffeln, wie sie nur können. Wenn es aber um Theologie geht, wird jeder Schund akzeptiert. Derzeit ist Theologie die Königin der Wissenschaft, mit einem kaum geringeren Sinn als in ihrer mittelalterlichen Blütezeit.

(…)

Dawkins glaubt, dass jeder Glaube blinder Glaube ist, und dass christliche und muslimische Kinder alles ohne Nachfragen glauben sollen. Nicht einmal die geistesschwachen Kleriker, die mich in der Grundschule geschlagen haben, dachten so. Für den gewöhnlichen christlichen Glauben spielten Gründe, Argumente und ehrlicher Zweifel schon immer eine fundamentale Rolle.

(…)

Selbst Richard Dawkins lebt mehr aus Glauben als aus bestimmten Gründen heraus. Wir hängen so vielen Glaubensvorstellungen an, die nicht rational begründet sind, aber denen wir trotzdem anhängen.

Nur Positivisten glauben, dass “rational” dasselbe sei wie “wissenschaftlich”.

(…)

Dawkins glaubt, die Existenz oder Nicht-Existenz Gottes sei eine wissenschaftliche Hypothese, die frei zur rationalen Analyse gestellt wird. Das Christentum lehrt, dass die Annahme, es gebe einen Gott, begründbar sein müsse, aber dass das nicht das gleiche ist wie Glauben. An Gott zu glauben ist nicht wie den Schluss zu ziehen, dass Außerirdische oder die Zahnfee existieren, wie Dawkins meint. Gott ist kein überirdischer Körper oder ein UFO, über dessen Existenz wir im Ungewissen bleiben müssen, bis alle Beweise vorhanden sind.

Theologen glauben nicht, dass er entweder innerhalb oder außerhalb des Universums ist, wie Dawkins glaubt, was sie tun. Seine Transzendenz und Unsichtbarkeit sind Teil seines Seins, das ist etwa beim Monster von Loch Ness nicht der Fall.

Das heißt nicht, dass religiöse Menschen an ein Schwarzes Loch glauben, denn sie glauben zudem, dass sich Gott selbst offenbart hat, nicht, wie Dakwins glaubt, in der Art eines kosmischen Handwerkers, der sogar schlauer als Dakwins selbst ist (das Neue Testament sagt praktisch über Gott als Schöpfer), sondern gegenüber Christen, in der Form eines beschimpften, ermordeten politischen Kriminellen.

(…)

Dawkins spottet über einen persönlichen Gott, als sei es offensichtlich, was das bedeutet. Er stellt sich Gott offenbar vielleicht nicht exakt wie jemandem mit weißem Bart, aber doch zumindest wie einen Typen vor, der irgendwie groß ist. Er fragt, wie dieser Typ zu Millionen von Menschen gleichzeitig sprechen könne, was ungefähr so ist, wie wenn ich mich wundere, warum Tony Blair nur zwei Arme hat, während ich gleichzeitig annehme, er sei ein Tintenfisch. Für den jüdisch-christlichen Glauben ist Gott keine Person in dem Sinne, wie Al Gore eine ist.
(…)

Der ganze Text: “Lunging, Flailing, Mispunching” von Terry Eagleton

Übrigens, das deutsche Weblog “Spreeblick” hat sich mit Eagletons Artikel und mit Dawkins “Gotteswahn”-Buchbeschäftigt:

Richard Dawkins: Der Gotteswahn

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Wahrscheinlich musst Du Dir keine Sorgen machen

by schumacher on 9. Januar 2009

Wie an mehreren Orten berichtet (z.B. Netzeitung), ist die Aktion mit den Atheisten-Plakaten auf britischen Bussen ausgeweitet worden (pro berichtete). Auf den Anzeigen steht:

“There’s ist probably no god. Now stop worrying an enjoy your life.” (Es gibt wahrscheinlich keinen Gott. Jetzt mache Dir keine Sorgen und genieße Dein Leben)

Die Frau, die die Aktion erdacht hat, ist die britische Komödiantin und Autorin Ariane Sherine. Auf ihrer Webseite schreibt sie über die Werbe-Kampagne.

Außerdem gibt es bei flickr ein Fotoalbum mit Fotos von der Präsentation der ersten Busse. Dort ist auch Richard Dawkins zu sehen, passionierter Atheist, der sich auf die Mission begeben hat, die vom Wahn des Glaubens befallenen Christen vom Atheismus zu überzeugen.

Nick Spencer, Autor des theologischen Weblogs “Theos“, schrieb in der britischen Zeitung “Guardian” einen Text über die Atheisten-Kampagne.

‘Es gibt wahrscheinlich keinen Gott’- Woher kommt denn das ‘wahrscheinlich’? Es sieht nicht danach aus, als sei das Verkaufspersonal vom eigenen Produkt besonders überzeugt. Wenn mein Pilot mir sagen würde: ‘Dieser Flug nach Paris stürzt wahrscheinlich nicht ab, würde ich darüber nachdenken, den Zug zu nehmen.

Übrigens enthält die Seite auch ein Video von der Bus-Präsentation, und auch Herr Dakwins kommt darin zu Wort.

Das deutsche Weblog “einAugenblick” kommentierte:

Übrigens, man muss nur wenige Buchstaben ändern, schon hat man folgenden schönen Satz, den ich noch lieber auf Bussen sehen würde:

There’s probably no a God.
Now stop worrying and enjoy your life.

Es gibt wahrscheinlich k einen Gott.
Jetzt hör auf, dir Sorgen zu machen und genieße dein Leben.

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Dawkins: Sarah Palin ist “sehr dumm”

by schumacher on 14. Oktober 2008

Richard Dawkins, passionierter Atheist, hält die republikanische Vize-Präsidentschaftskandidatin für eine “sehr dumme Frau”. Der Grund: Palin bezeichnet sich als wiedergeborene Christin und ist dafür, dass in der Schule neben der Evolutionstheorie auch der Kreationismus behandelt wird.

Dawkins in einem Interview mit dpa:

“Die Frage ist, welchen Kreationismus sie da gelehrt haben will. Dass die Welt auf dem Rücken einer Schildkröte geschaffen wurde? Oder dass die Welt aus einem kosmischen Ei schlüpfte? Wenn es die Bibelgeschichte ist (wonach Gott die Welt erschaffen hat), dann ist das ein Mythos, mit dem sie aufgewachsen ist. Sie ist eine sehr dumme, ignorante Frau.”

Außerdem:

“Evolution ist ein Faktum.”

Aber:

Ich denke, es ist dumm, an etwas zu glauben, nur weil man an etwas glauben will. Wenn jemand an Gott glaubt, nur weil er an Gott glauben will, dann ist das dumm. Wenn er aber andere Gründe hat – zum Beispiel weil er überzeugt ist, dass es Beweise für Gott gibt oder weil er denkt, Gott redet mit ihm – dann ist das etwas anderes.

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Dawkins: Sarah Palin ist “sehr dumm”

by schumacher on 14. Oktober 2008

Richard Dawkins, passionierter Atheist, hält die republikanische Vize-Präsidentschaftskandidatin für eine “sehr dumme Frau”. Der Grund: Palin bezeichnet sich als wiedergeborene Christin und ist dafür, dass in der Schule neben der Evolutionstheorie auch der Kreationismus behandelt wird.

Dawkins in einem Interview mit dpa:

“Die Frage ist, welchen Kreationismus sie da gelehrt haben will. Dass die Welt auf dem Rücken einer Schildkröte geschaffen wurde? Oder dass die Welt aus einem kosmischen Ei schlüpfte? Wenn es die Bibelgeschichte ist (wonach Gott die Welt erschaffen hat), dann ist das ein Mythos, mit dem sie aufgewachsen ist. Sie ist eine sehr dumme, ignorante Frau.”

Außerdem:

“Evolution ist ein Faktum.”

Aber:

Ich denke, es ist dumm, an etwas zu glauben, nur weil man an etwas glauben will. Wenn jemand an Gott glaubt, nur weil er an Gott glauben will, dann ist das dumm. Wenn er aber andere Gründe hat – zum Beispiel weil er überzeugt ist, dass es Beweise für Gott gibt oder weil er denkt, Gott redet mit ihm – dann ist das etwas anderes.

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