Michael Blume vom Weblog “chronologs” hat eine gute Zusammenfassung über die Entwicklung des Religionskritikers und Biologen Richard Dawkins geschrieben. Er zitiert dabei einige bemerkenswerte Sätze des Briten, der besonders durch seinen Bestseller “The God Delusion” (“Der Gotteswahn”) bekannt wurde.
Zuerst wurde die Öffentlichkeit 1976 auf Dawkins aufmerksam, als er sein Buch “The Selfish Gene” (Das egoistische Gen) veröffentlichte. Darin betrachtet er die Evolution aus der Perspektive des Genoms.
Interessanterweise habe Dawkins am Ende seines Buches den genetischen Determinismus logisch eigentlich selbst wieder aufgehoben, so Blume. Denn dort ruft er den Leser dazu auf, sich “aus der Tyrannei der Replikatoren” zu befreien. “Er nahm also doch die Existenz eines nicht-determinierten (übernatürlichen?) Willens an, an den sich sogar appelieren ließ!”
2006 erschien “Der Gotteswahn”, das zu einem Flagschiff des so genannten “neuen Atheismus” wurde. Religionen seien gefährlich, Gläubige wahn-sinnig, religiöse Erziehung sei fast so etwas wie Kindesmißbrauch, so die wichtigsten Aussagen.
“Der neue Atheismus ist vielleicht nicht tot, aber er riecht schon irgendwie komisch!”, sagte der deutsche Atheist Michael Schmidt-Salomon 2008. Blume:
“Viele der eifernden Jünger (Jüngerinnen sind sehr selten) der Bewegung haben es noch nicht gemerkt – auch Richard Dawkins aber schon. (…) “In einem Interview mit dem Stern 2007 (Neuabdruck Stern-Extra 5/2009, gerade im Handel, S. 144 – 146) ging Richard Dawkins noch weiter – und bekannte: “Ich bin Agnostiker.” Die Wahrscheinlichkeit von Gottes Existenz liege “unter 50 Prozent”, aber die Position “der Atheisten”, die sie völlig ausschließen wollten, teile er nicht (mehr!?). An scharfer Religionskritik hält Dawkins durchaus fest – aber darauf angesprochen, dass sein “Gotteswahn” doch Gottes Existenz widerlegen wollte, erklärt er: “Das war mein ursprünglicher Ehrgeiz, vielleicht war ich da ein bißchen zu kühn.”
(…)
Den “Gotteswahn” stellt er nun neben den “Wahn”, sich “zu verlieben” und erläutert auch fast poetisch: “Den Versuch der Religion, ein tieferes Verständnis des Lebens zu finden, habe ich immer respektiert. Auch ich reagiere quasi religiös, wenn ich zu den Sternen aufsehe, zur Milchstraße und mir das Universum vorzustellen versuche. Das Gefühl, dass ich dann empfinde, könnte man fast so etwas wie Anbetung nennen.”
chronologs: “Richard Dawkins – Mein Held der Metapher“. Der Autor ist Religionswissenschaftler.
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